Brunnen und Wasserspiele in kleineren und mittleren Städten Sachsens und Sachsen-Anhalts:

Brunnen und Wasserspiele in Görlitz - Teil 1

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Blick über die Neiße auf die Altstadt von Görlitz
Die Altstadt von Görlitz mit ihren winkligen Gassen und Plätzen, ihrer schönen Lage am Fluss, mit den wundervoll restaurierten historischen Gebäuden, ihren hochaufragenden Türmen oder mit den trutzigen Befestigungsanlagen, gehört zu den schönsten städtischen Ensembles, die man in Deutschland finden kann. Darüber hinaus faszinieren die gründerzeitliche und Jugendstilarchitektur. Viel wurde und wird für den Erhalt der Bausubstanz und die Verschönerung der Stadt an der Neiße getan. Dabei sind es oft die kleinen Details, die begeistern - und Brunnen gehören natürlich dazu.

Die Tanzende

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Der Brunnen "Die Tanzende" auf dem kleinen Platz Berliner / Ecke Salomonstraße wurde im September 2012 eingeweiht. Es ist das letzte Werk des Dresdner Künstlers Vinzenz Wanitschke, der im März 2012 verstarb und die Übergabe leider nicht mehr erleben konnte.      
Der Brunnen dagegen ist (s)ein Loblied auf das Leben: Inmitten des Brunnenbeckens tanzt selbstvergessen eine bronzene junge Frau mit goldblonden Haaren auf dem Tisch - ausgelassen und doch elegant ...

Die Tanzende in Görlitz
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Und der Brunnen "...ist wieder ein typischer 'Wanitschke': er erzählt Geschichten. Kleine Details zeigen den 'Mutterwitz' des Künstlers. Da knurrt ein Mops auf einem Stuhl die Umstehenden an, auf dem Brunnenrand steht ein 'vergessenes' Gedeck, auf dem sogar eine Fliege sitzt, Fächer, Geige und 'Melone' sind typische Gegenstände im Tanzcafé." (Ingrid Große)

DieTanzende - Details am Brunnen
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Dazu liest man am Brunnenrand die Inschrift: "In Erinnerung an das einstige Tanzcafé Hohenzollern/Café Fledermaus/Café Central von 1891 bis 1990 im Haus Berliner Straße 51". -  Erinnerung und Neuanfang: an alter Stelle kann man jetzt in das neue Cafe Central einkehren.

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     Erinnerung
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     Mops Otto
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von Andreas Berger (www.bretteleben.de) verwendet.

Nur der Mops Otto guckt grimmig drein: Denn wenn Kinder spielerisch plötzlich entdecken, dass durch Zuhalten des einen Wasserstrahls der andere Strahl verstärkt wird, dann spritzt ihm dieser voll in sein dummes Mopsgesicht ...

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Die "Muschelminna" auf dem Postplatz

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Muschelminna - so nennen die Görlitzer die über drei Meter große prachtvolle Bronzedame des Postplatz-Brunnens. Doch eigentlich ist es eine Personifizierung der 'Natur', eine 'Flora', die hoch über ihren Kopf eine große Muschel-Schale hält, aus der sich das lebensspendende Wasser ergießt.
Den 1887 eingeweihten Brunnen entwarf der Bildhauer Robert Toberentz (1849-1895). Im zweiten Weltkrieg wurde die Figur 1942 eingeschmolzen und erst zweiundfünfzig Jahre später durch eine getreue Nachbildung ersetzt.

Die "Muschelminna"
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Einst als "schönster Brunnen Schlesiens" (Clemens Theodor Reichert) bezeichnet, begeistert "Muschelminna"  heute die Görlitzer und ihre Gäste durch ihre kraftvoll-üppige Art.  
Die vier Marmorfiguren zu ihren Füßen werden mal realistisch als Fischer, Jäger, Nymphe und Nixe, mal allegorisch gedeutet.

 
Kurz nach der Einweihung konnte man 1888 in der
Zeitschrift

"Die Gartenlaube – Illustrirtes Familienblatt"

unter dem Titel "Der Zierbrunnen auf dem Postplatz
zu Görlitz" folgendes lesen:

"... Der Zierbrunnen ist nach dem Entwurfe des Profes-
sorsRobert Toberentz inBreslau im Stil der modernen
nach der realistischen Seite hinneigenden Renaissance
ausgeführt.

Mächtig ragt aus einem mit farbigen Steinchen ausgeleg-
ten Marmorbassin der wundervolle Aufbau empor. Am
Fuße des Postaments, welches nach oben zu sich zu ei-
nem Achteck verjüngt, befinden sich vier durch Festons
verbundene Muscheln; oberhalb derselben Masken, wel-
che das ihnen entströmende Wasser in die Muscheln
gelangen lassen.

An den Ecken des Postamentes sind reichornamentirte,
mit charakteristischen Arabesken versehene Konsolen...
 
...angebracht, auf welchen vier Figuren, ein Jäger, ein
Fischer, eine Nixe und eine Nymphe mit einem Schlan-
genleibe in anderthalbfacher Lebensgröße, Aufstellung
gefunden haben.

Bei der spärlichen Draperie fallen sofort die edlen For-
men der Körper ins Auge. Auf der Spitze des Postamen-
tes thront eine nymphenhafte Figur aus Bronze (gegos-
sen im Hüttenwerk Lauchhammer), die beiden Arme
emporgestreckt, über dem Kopf eine Muschel haltend,
welcher Wasserstrahlen entströmen. Diese Gestalt,
um deren Unterkörper sich leicht ein Gewand schlingt,
erinnert lebhaftan die Venus von Milo. Vier meisterhaft
modellirte und in wohlgelungenem Guß ausgeführte
Greife innerhalb des Marmorbassins sorgen ebenfalls
für die Füllung desselben mit Wasser.
Für die Darstellung wird das Javascript "Slideshow"
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Der Eindruck, welchen das Kunstwerk mit seinen poetischen Gestalten auf den Beschauer ausübt, ist bedeutend. Görlitz darf mit Stolz auf ein Kunstwerk blicken, wie es ähnlich zu besitzen vielen gleichbedeutenden Städten des deutschen Vaterlandes versagt ist."
zitiert nach: Der Zierbrunnen auf dem Postplatz zu Görlitz, aus: Die Gartenlaube, Heft 8, S. 131, Leipzig, 1888
Textquelle:
http://de.wikisource.org/wiki/Der_Zierbrunnen_auf_dem_Postplatz_zu_Görlitz

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Der Georgsbrunnen auf dem Obermarkt

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- Brunnenfigur im Museum
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    Original-
Es wird vermutet, dass der Georgsbrunnen bereits 1590 auf dem langgestreckten Platz des Obermarktes in Görlitz errichtet wurde. Später mehrfach umgesetzt, steht der Brunnen seit 2000 wieder (beinahe) an seiner ursprünglichen Stelle. Das Brunnenbecken bildet das Zentrum einer gepflasterten Windrose, an der Brunnensäule sind vier Köpfe mit Wasserspeiern angebracht. Die Säule trägt eine Figur, die in ihrer ritterlichen Erscheinung entweder als Hl. Georg oder als Görlitzer Stadtknecht gedeutet wird.

Georgsbrunnen, Obermarkt Görlitz
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Der Ritter hält eine Fahnenlanze in der einen Hand, mit der anderen stützt er sich auf das sächsische Wappen. Ihm zu Füßen sitzt ein Löwe. Die jetzige Statue ist eine Kopie, das Original befindet sich vor der Witterung geschützt im Museum Neißstraße 30.

Georgsbrunnen und Details
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Der Neptunbrunnen auf dem Untermarkt

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Rathausturm, Untermarkt
Auch der Untermarkt zu Görlitz hat seinen Brunnen: Am Rand des großen Brunnenbeckens steht Neptun mit dem Dreizack, zu seinen Füßen ein großer Fisch. Der Fisch speit Wasser in eine Art Kopf, aus diesem ergießt sich dann der Strahl in das eigentliche Becken. Der Steinmetz Johann Georg Mattausch soll den Brunnen 1756 nach einem Entwurf von Johann Friedrich Wilhelm von Charpentier geschaffen haben.

Übrigens:
Vom Rathausturm hat man einen phantastischen Blick über die Stadt...

Neptunbrunnen in Görlitz
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zum Teil 2: Brunnen und
Wasserspiele in Görlitz