Brunnen und Wasserspiele in Syrakus und Catania

Syrakus

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Johann Gottfried Seume wanderte einst zu Fuß von Grimma (in Sachsen) bis nach Syrakus. Er hat seine Reiseerlebnisse aufgeschrieben und als "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802" veröffentlicht. In seinem Buch lässt er seinen syrakusanischen Begleiter mit Wehmut von der einstigen Größe der Stadt sprechen, denn in antiker Zeit soll die Einwohnerzahl die Million weit überschritten haben. Und die baulichen Überreste aus dieser Zeit sind gewaltig! Eine wichtige Voraussetzung für so eine prosperierende Stadt ist stets die Versorgung mit frischem Wasser - da ist es verständlich, wenn in der Antike Flüsse, Bäche und Quellen in Form von Flussgöttern und Nymphen verehrt wurden. In Syrakus genießt/genoss die Nymphe Arethusa große Verehrung, denn sie beschützt(e) die Quelle auf der Insel Ortygia, wo die Stadt Syrakus ursprünglich entstand. Bis heute ist die Arethusaquelle ein beliebter Treffpunkt. Hier wächst auch der für Syrakus berühmte Papyrus.

Arethusaquelle mit Papyrus
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Der Dianabrunnen - die Geschichte von Arethusa, Alpheios und Artemis (Diana)

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Alpheios hatte sich in unsterblich in die schöne Arethusa verliebt, doch sie wollte von ihm nichts wissen ... Sie floh, schwamm durchs Meer und bat die jungfräuliche Göttin Artemis (Diana) um Beistand, die sie an dem Ort, wo sie ihren Fuß an Land setzte, in eine Quelle klaren Wassers verwandelte. Doch Alpheios gab nicht auf, er wurde zu einem Fluss, floss durchs Meer, erreichte die Insel Ortygia und hier nun gelang es ihm, sich mit Arethusa zu vereinen.

Dianabrunnen
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Auf der Piazza Archimede befindet sich der Dianabrunnen, er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Guilio Moschetti geschaffen. Die jungfräuliche Göttin steht mit Pfeil und Bogen hoch auf einem Felsen, ...

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... ihr zu Füßen ist Arethusa in dem Moment dargestellt, in dem sie in die Quelle verwandelt wird. Und der arme Alpheios schaut erschrocken drein. Drumherum sind allerlei Wasserwesen, eine Tritonenfamilie, Hippokampen (Wasserpferde) und Delphine (?) Zeugen der Verwandlung. Da ist jedenfalls ganz schön was los!

Dianabrunnen - Details
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Die Brunnenfiguren bestehen aus (Stahl-) Beton, das Wasserbecken ist von einem Blumenbeet umrandet. Abends bietet der Platz einen besonders schönen Anblick:

Archimedesplatz und Dianabrunnen am Abend
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Catania

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In der mehr als 2700-jährigen Geschichte wurde Catania mehrfach durch Lavaströme und Erdbeben zerstört, doch immer wieder an gleicher Stelle aufgebaut. So geschah es auch nach dem großen Erdbeben von 1693, dem die Stadt fast vollständig zum Opfer fiel. Das bei dem anschließenden Wiederaufbau entstandene spätbarocke Stadtbild mit Dom, Kirchen, Palästen und Platzanlagen ist (gemeinsam mit 7 weiteren Städten des Val di Noto) in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen worden.

Der Elefantenbrunnen auf dem Domplatz - Fontana dell’ Elefante

Elefant und Obelisk sollen nach dem verheerenden Erdbeben 1693 aus den Trümmern geborgen worden sein. 1736 gestaltete Giovanni Battista Vaccarini (1702-1768) daraus den Brunnen auf der Piazza del Duomo, der längst zu Catanias Wahrzeichen geworden ist, symbolisieren die beiden Teile Elefant und Obelisk doch Stärke und Dauerhaftigkeit und so den unbedingten Lebenswillen dieser Stadt.

Elefantenbrunnen
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Der schwarze Elefant aus Lavagestein trägt auf seinem Rücken auf einer weißen Marmordecke den etwa 4 Meter hohen ägyptischen Obelisken aus hellem Granit. Vaccarini ließ sich dabei sicherlich von Berninis Elefanten auf der Piazza Minerva in Rom inspirieren, doch fügte er seinem Brunnen am Marmorsockel Putten, Figuren und Symbole hinzu, die Bezug nehmen auf Catanias reiche Geschichte. Der heiligen Agatha, der Schutzpatronin der Stadt, ist schließlich das Kreuz auf dem mit Hiroglyphen verzierten Obelisken gewidmet. Besonders schön präsentiert sich der Brunnen auf dem Domplatz am Abend.

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Der Amenano-Brunnen

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Unweit vom Elefantenbrunnen, an der südwestlichen Seite des Domplatzes vor dem Fischmarkt, befindet sich der Amenano-Brunnen. Der Brunnen wurde 1867 von Tito Angelini geschaffen und soll daran erinnern, dass einst der Fluss Amenano quer durch die Stadt floss und gelegentlich Überschwemmungen verursachte. Doch jetzt ist er friedlich, Amenano steht auf hohem Marmorsockel, beobachtet das Treiben auf dem Domplatz und überwacht den phantastischen Wasservorhang, der sich aus der oberen Schale reichlich ergießt.

Amenano-Brunnen
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Der Brunnen mit dem Raub der Proserpina - Fontana del Ratto di Proserpina

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Der Brunnen steht vor dem Bahnhof auf der Piazza Papa Giovanni XXIII und wurde um 1900 von Giulio Moschetti (1849-1909) geschaffen (1904 eingeweiht). Die Figuren bestehen aus Beton, mit diesem Material haben die Künstler damals viel experimentiert.
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Die Brunnenfiguren stellen den "Raub der Proserpina" (griech.: Persephone) dar. Dabei handelt es sich um die Geschichte einer Entführung, der verzweifelten Suche der Mutter nach ihrer Tochter, schließlich des Wiederfindens und der Lösung eines grundsätzlichen Konfliktes. Seit der Antike eröffnet dieser Mythos den Künstlern unterschiedliche Möglichkeiten der Interpretation als erotisches Sinnbild, als triebhaften Raub, als moralisierendes Beispiel, als "Stirb-und-Werde" in der Natur mit ihren Jahreszeiten, als Auferstehungssymbol.
Das berühmteste Beispiel für die künstlerische Darstellung einer solchen "Raptusgruppe" ist die Skulptur "Pluto und Proserpina" von Gian Lorenzo Bernini (Galerie Villa Borghese, Rom), dieser Skulptur ist auch die zentrale Gruppe des Brunnens in Catania nachempfunden. Die Dramatik der Entführungsszene wird durch die im Brunnenbecken angeordneten Figuren (Hippokampen, Tritonen u. a.) sowie durch das wildbewegte Wasser grandios gesteigert.

Der Raub der Proserpina
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Pluto, der Gott der Unterwelt, von Sorge getrieben, dass infolge eines Erdbebens Licht durch eine Spalte in sein Schattenreich fallen könnte, fährt hinauf auf die Erde, um die Fundamente seines Reichs zu inspizieren. Da wird er von Amors Pfeil getroffen, just in dem Augenblick, als er Proserpina, die jungfräuliche Tochter der Göttin Ceres, erblickt, die mit ihren Gefährtinnen Blumen pflückt. Er erfasst die sich heftig Sträubende und flieht mit der Beute auf seinem Wagen in die Unterwelt.

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Ceres, die Göttin der Fruchtbarkeit und des Korns, sucht verzweifelt nach dem Mädchen. Ihre übergroße Trauer lässt alles auf der Erde verdorren. Schließlich erfährt sie von dem Raub und erzwingt auf dem Olymp von Jupiter einen Richtspruch für die Rückkehr ihrer (gemeinsamen) Tochter.

Raub der Proserpina - Details
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Jupiter will dies gewähren, falls Proserpina in der Unterwelt noch nichts gegessen hat. Doch sie hat bereits von einem Granatapfel abgebissen und bleibt nun zeitweise an das Totenreich gebunden, so dass sie künftig im Wechsel einen Teil des Jahres bei Pluto in der Unterwelt, den anderen Teil auf der Oberwelt bei ihrer Mutter verbringen muss/darf. Ist sie auf der oberen Welt, dann beginnt in dieser Zeit die Erde zu leben, die Blumen blühen, alles wächst und gedeiht, bis Proserpina schließlich wieder für eine Zeitlang in die Unterwelt hinabsteigt.

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Der Malavoglia-Brunnen

"Schauplatz ist ... das kleine Fischerdorf Aci Trezza in der Nähe von Catania. In der Dorfgemeinschaft genießt die Familie Malavoglia wegen ihrer Ehrenhaftigkeit hohes Ansehen. Der verwitwete alte Patron Ntoni regiert als Oberhaupt seine Sippe. Als er den Sohn Bastianazzo an einem wetterunsicheren Tag mit dem Boot ausschickt, kommt die Bemannung um und die Fracht geht verloren. Dies ist der Beginn einer Jahrzehnte währenden Leidenszeit, in der die Familie Boot, Haus, Grundbesitz, alle Habe verliert, die Mitgift der Mutter, das Glück der Töchter geopfert werden, auf dass man ehrlich bleiben und die Verpflichtungen abzahlen kann ..." (1)

Malavoglia-Brunnen auf der Piazza Verga
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Der Bildhauer Carmelo Mendola (1895-1976) ließ sich von dieser Geschichte des in Catania geborenen Schriftstellers Giovanni Verga (1840-1922) inspirieren und entwarf für die Stadt den "Malavoglia-Brunnen", der 1975 auf der Piazza Verga aufgestellt wurde.

(1) zitiert nach dem Taschenbuch-Klappentext, Insel Verlag, Frankfurt, ISBN: 9783458344209
"Die Malavoglia" von Giovanni Verga

Brunnen und Wasserspiele im Stadtpark (Villa Bellini) von Catania

Der Komponist Vincenzo Bellini (1801-1835) zählt zweifellos zu den größten Musikern seines Jahrhunderts ("Norma"). Er wurde in Catania geboren, im Dom befindet sich auch sein Grabmal. In dem nach ihm benannten Stadtpark (Villa Bellini) kann man schön spazierengehen und verschiedene Wasserspiele entdecken ...

Im Stadtpark
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Im Stadtpark
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