Skulptur und Plastik in Schleswig - Teil 2: Im barocken Neuwerkgarten


Skulptur und Plastik im Barockgarten Schloss Gottorf


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Herkules im Kampf gegen die Hydra
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Pflanzen- und Globusliebhaber aufgepasst: Als Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf ab 1637 den Neuwerkgarten nördlich der Schlossinsel anlegen ließ, wurden hier exotische Pflanzen (u.a. Ananas, Aloe) gezeigt. Der "Gottorfer Codex", ein  historischer Pflanzenatlas, zeugt von der damaligen Pracht und Vielfalt. Der Wissenschaft verpflichtet war auch der berühmte, vom Gelehrten Adam Olearius konstruierte, begehbare "Gottorfer Globus" (-> exzellenter Artikel bei Wikipedia). Später wurde der Globus abtransportiert, der Garten eingeebnet.
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In unserer Zeit wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, den historischen Garten mit seinen Terrassen und Wasserkaskaden samt Globushaus wiederherzustellen. Auch die monumentale Herkulesfigur im Spiegelteich unterhalb der Anlagen wurde aufwendig rekonstruiert. Im Jahr 2007 konnte der Garten neueröffnet werden und stand kurz darauf im Mittelpunkt der Schleswig-Holsteinischen Landesgartenschau. Am besten Sie überzeugen sich vor Ort selbst: Die Gartenanlage ist ein echtes Highlight!

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Von den ursprünglichen barocken Skulpturen des Terrassengartens blieb allerdings nichts mehr erhalten. Statt dessen schmücken heute moderne Kunstwerke den "barocken" Garten. Beginnen wir an der höchsten Stelle:

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Hier empfängt uns eine Frauengestalt, die beim näheren Hinsehen zwei Antlitze zeigt - es sind zwei Wesen in einem. Diese "Doppelfigur" schuf der Bildhauer Hans Kock (1920-1007). Man kann beim Umrunden über die doppelte Natur dieser Frauenfigur nachdenken...

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...oder einfach nur den schönen weiten Blick von hier oben über die Terrassen genießen und sich so auf den Garten einstimmen.

(Links im Bild ist Schloss Gottorf zu sehen, in der Mittes das neu errichtete Globushaus.)



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Wieland Förster hat sich immer wieder mit der Darstellung des menschlichen Körpers und mit dessen Verletzlichkeit beschäftigt, wobei er häufig die Kunstform des Torso wählte. In seiner Figur "Große Daphne I" verbindet er schrundige Oberfläche, Abstraktion und weibliche Körperformen. Erinnern wir uns: In der griechischen Sagenwelt flieht die Nymphe Daphne vor Apoll und wird in einen Baum verwandelt. Der Bildhauer lässt uns bei dieser Figur nicht nur die Spuren seiner Arbeit, den Formungsprozess, sondern auch das noch-nicht-Fertige einer Verwandlung entdecken.

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Um den besonderen Charakter einer Skulptur zu entdecken, muss man sie von mehreren Seiten betrachten. Das trifft insbesondere auch auf die hochaufragende Figur von Andreas Theurer zu: Erst beim Herumgehen bemerkt man, dass es sich um ein sehr eng verbundenes Paar handelt... Sinniger Weise trägt sie den Titel Geflecht.

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Auch bei der Werken von Tony Cragg offenbaren sich die unterschiedlichen Perspektiven erst beim Umschreiten: Erscheint vielleicht zunächst nur eine teigige formlose Masse, dann formt sich plötzlich im Profil ein menschliches Antlitz daraus.


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Reine Bewegung - und zwar aufsteigende, eine sich regelrecht in die Höhe schraubende Bewegung - ist letztendlich auch der Inhalt der Figur mit dem Titel "Phönix" von Manfred Sihle-Wissel. Der wiedergeborene und sich aus der Asche erhebende Feuervogel steht für Erneuerung und kann somit auch als Symbol für den Garten insgesamt gelten.

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