Denkmale in Dresden - Teil 3: Noch mehr Künstler...


Friedrich Schiller

Friedrich Schiller hielt sich längere Zeit in Dresden auf und arbeitete hier u. a. an seinem Don Carlos. 1913 schuf Selmar Werner für ihn ein Denkmal aus weißem Marmor, wo sich der Dichterfürst in antikem Gewand nahezu göttlich über ein Rondell erhebt. Die Innenseiten des Rondells sind mit neun Reliefs zu Werken Schillers versehen. Von den Dresdnern wurde das Jugendstildenkmal in der Nähe des Albertplatzes bald respektlos "Schiller in der Badewanne" genannt.

Friedrich Schiller
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Schillerdenkmal, Reliefs im Innenraum
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Hektors Abschied
Wer wird künftig deinen Kleinen lehren
Speere werfen und die Götter ehren,
Wenn der finstre Orkus dich verschlingt?    
...
Hero und Leander
Sanfter brechen sich die Wellen
An des Ufers Felsenwand,
Und sie schwemmen, ruhig
                  spielend,      
Einen Leichnam an den Strand.
...
   Die Jungfrau von Orleans
   Dieses Schwert umgürte dir!
   Damit vertilge meines Volkes
                          Feinde,
   Und führe deines Herren Sohn
                   nach Reims,
   Und krön ihn mit der könig-
                 lichen Krone!
Das Mädchen aus der Fremde
Willkommen waren alle Gäste,
Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
Der Blumen allerschönste dar.
Das Lied von der Glocke
       Ziehet, ziehet, hebt!
       Sie bewegt sich, schwebt,
Freude dieser Stadt bedeute,
Friede sei ihr erst Geläute.
   Die Kraniche des Ibykus
   Und schwer getroffen sinkt
                      er nieder,
   Da rauscht der Kraniche
                      Gefieder, ...

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Schiller und Goethe vor der Semperoper

Noch mehr Schiller (und Goethe)... Der Bildhauer Ernst Rietschel war wesentlich an der künstlerischen Ausgestaltung des Hoftheaters von Gottfried Semper beteiligt. Seine beiden Dichterstatuen (1834-1841) vom ersten Opernhaus  konnten auch für den zweiten Bau verwendet werden. Die Figuren flankieren den Haupteingang des Theaters, die beiden Reliefs auf den Sockeln nehmen Bezug auf ihr dichterisches Werk. Rietschel schuf auch die bekannte Goethe-Schiller-Gruppe vor dem Weimarer Nationaltheater.

Goethe und Schiller
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Bronzetafel: Zueignung
...
Da reckte sie die Hand aus in die Streifen
Der leichten Wolken und des Dufts umher;
Wie sie ihn faßte, ließ er sich ergreifen,
Er ließ sich zieh'n, es war kein Nebel mehr.
Mein Auge konnt' im Tale wieder schweifen;
Gen Himmel blickt' ich, er war hell und hehr.
Nur sah ich sie den reinsten Schleier halten;
Er floss um sie und schwoll in tausend Falten.

"Ich kenne dich, ich kenne deine Schwächen,
Ich weiß, was Gutes in dir lebt und glimmt!"
- So sagte sie, ich hör sie ewig sprechen.
"Empfange hier, was ich dir lang bestimmt!
Dem Glücklichen kann es an nichts gebrechen,
Der dies Geschenk mit stiller Seele nimmt:
Aus Morgenduft gewebt und Sonnenklarheit,
Der Dichtung Schleier aus der Hand der Wahrheit.  
...                                                     (Goethe)
  
Bronzetafel: Die Teilung der Erde

"Nehmt hin die Welt!" rief Zeus von seinen Höhen
Den Menschen zu. "Nehmt, sie soll euer sein!
Euch schenk' ich sie zum Erb' und ew'gen Lehen -
Doch teilt euch brüderlich darein!"
...
Ganz spät, nachdem die Teilung längst geschehen,
Naht der Poet, er kam aus weiter Fern -
Ach! da war überall nichts mehr zu sehen,
Und alles hatte seinen Herrn!
...
"Was tun?" spricht Zeus, "die Welt ist weggegeben,
Der Herbst, die Jagd, der Markt ist nicht mehr mein.  
Willst du in meinem Himmel mit mir leben -
So oft du kommst, er soll dir offen sein."
                                                         (Schiller)
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Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Dostojewski (1821-1881) hielt sich mehrfach in Dresden auf, am längsten vom August 1869 bis zum Juli 1871, u. a. schrieb er hier "Die Dämonen" und stellte seinen Roman "Der Idiot" fertig. Das Denkmal wurde im Oktober 2006 im Beisein der Bundeskanzlerin Angela Merkel, des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt enthüllt. Es wurde von dem Moskauer Bildhauer Alexander Rukawischnikow gestaltet und zeigt Dostojewski als grübelnden Denker. Das Deutsch-Russische Kulturinstitut e. V. (www.drki.de) in Dresden informiert auf seiner Webseite ausführlich über die Einweihung des Denkmals.

Fjodor Dostojewski
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Von Dostojewskis Aufenthalt in Dresden ist eine hübsche Anekdote überliefert: Als der Dichter bei einem seiner Spaziergänge einen Einheimischen nach dem Weg zu der berühmten Gemäldegalerie frug, überlegte dieser zunächst eine Weile. Dann entspann sich folgender Dialog: "Zur Gemäldegalerie?" - "Ja, zur Gemäldegalerie." Es folgte längeres Nachdenken. - "Sie meinen, die Königlich Sächsische Gemäldegalerie?" - "Ja. Die Königlich Sächsische Gemäldegalerie."  Wieder Nachdenken. Dann die Antwort: - "Tut mir leid, das kann ich Ihnen nicht sagen."

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Martin Andersen-Nexö

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Martin Andersen-Nexö (1869-1954), der große dänische Schriftsteller ("Ditte Menschenkind", "Pelle der Eroberer"), lebte von 1952 bis zu seinem Tod in seiner Wahlheimat Dresden. Er ist Ehrenbürger der Stadt Dresden. Das Bronzedenkmal für ihn wurde 1969 von dem Bildhauer Rudolph Löhner geschaffen. Es steht in der Nähe des jetzigen Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums in der Haydnstraße.

Martin Andersen-Nexö
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Erich Kästner

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Erich Kästner (1899-1974) wurde in Dresden geboren und blieb immer, wie die Tafel unten verrät, ein Kind der Königsbrücker Straße ... Das Erich-Kästner-Denkmal am Beginn der Alaunstraße beim Albertplatz wurde 1990 von Wolf-Eike Kuntsche gestaltet. Unter Kästners Hut stapeln sich seine Bücher und Erzählungen: Als ich ein kleiner Junge war, Das doppelte Lottchen, Die Konferenz der Tiere und andere.

Erich-Kästner-Denkmal
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Nur wenige Schritte entfernt über die Straße am Albertplatz schaut (seit 1999) der junge Kästner über die Gartenmauer. Hier war der Dichter als Kind oft bei seinem Onkel zu Besuch und erfreute sich am Treiben auf dem Albertplatz. Heute befindet sich das Kästnermuseum in dem Haus, die Bronzeplastik stammt von Mathyas Varga.

Kästner auf der Gartenmauer
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Die Neuberin

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"Die Neuberin" - so wurde sie von allen genannt und hieß doch eigentlich Friederike Caroline Neuber. Sie lebte von 1697-1760 und ist durch ihr Engagement bekannt geworden, die deutsche Schauspielpraxis ihrer Zeit von den Albernheiten eines Hanswurst zu befreien und auf die Höhen des bürgerlichen Dramas zu heben. Die Inschrift am Denkmal bezeichnet sie als "Mutter des deutschen Schauspiels" und die "Urheberin des guten Geschmacks auf der deutschen Bühne". Das ist ihr gelungen, doch sie selbst starb arm, aber unvergessen, hier in Dresden-Laubegast. Denn schon wenige Jahre später (1776) wird ihr dieses Denkmal errichtet, das 1897 noch mit einem schönen Bronzerelief (von Leopold Armbruster) ergänzt wird. Die Bronzetafel wurde während des Zweiten Weltkrieges eingeschmolzen, konnte aber bereits 1952 wieder ersetzt werden. Eine Straße in Dresden-Laubegast trägt ebenfalls ihren Namen.

Neuberindenkmal
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