Die Semperoper in Dresden (Staatsoper Dresden)

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Theaterplatz mit Semperoper und Denkmal König Johann, Dresden
Das von Gottfried Semper geschaffene 1. Opernhaus (das sogenannte Hoftheater) brannte 1865 ab, nach Sempers Plänen wurde von 1871-1878 ein neues Opernhaus (das zweite) errichtet. Gottfried Semper war allerdings zu dieser Zeit nicht mehr in Dresden, sein Sohn Manfred übernahm die Bauleitung. Auch das 2. Opernhaus wurde zerstört und brannte vollständig aus, diesmal durch die verheerenden Bombardements des zweiten Weltkriegs. Am 13. Februar 1985, genau 40 Jahre nach der Zerstörung, konnte das originalgetreu wiederaufgebaute (nunmehr dritte) Haus an dieser Stelle mit der Oper "Der Freischütz" wiedereröffnet werden. Die Dresdner "Semperoper" ist eines der schönsten Opernhäuser der Welt.

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Semperoper, Dresden
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Maske
Schon am ersten Bau hatten namhafte Dresdner Bildhauer bei der Ausgestaltung mitgewirkt. Der von ihnen und den Nachfolgern gestaltete äußere Bauschmuck verdeutlicht: hier ist ein Tempel der Bühnenkunst! Und so finden wir Abbilder der großen Dichter im Verein mit ihren Gestalten ebenso wie die zugehörigen Musen. Bekrönt wird das Bauwerk durch die Pantherquadriga mit dem triumphalen Einzug von Dionysos und Ariadne.

Große Dichter an der Fassade: Goethe, Schiller, Sophokles, Euripides, Shakespeare und Molière


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Goethe
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Schiller
 Den Haupteingang flankieren die von Ernst Rietschel geschaffen
 Skulpturen von Goethe und Schiller. An den Postamenten befinden
 sich zwei Reliefs, die den Bezug der Dichtkunst zum Theater unmit-
 telbar herstellen (Goethe: Faust, Vorspiel auf dem Theater (Zueig-
 nung), Schiller: Die Teilung der Welt) und den Besucher so festlich
 auf das Theaterereignis einstimmen.
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Sophokles

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Shakespeare
 Weiterhin sind in den Wandnischen an der Hauptseite des Gebäudes je zwei
 große Dramatiker der Antike und der Neuzeit zu finden: oben links und rechts
 Sophokles und Euripides (stehend), unten Shakespeare und Molière (sitzend).
 Die vier Skulpturen stammen von Ernst Julius Hähnel.
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Euripides

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Molière

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Fassadenschmuck: Girlanden und Masken

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Detail der Fassade
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Die Keilsteine der Erdgeschossbögen tragen Masken, die expressive Gefühle zum Ausdruck bringen. Dieser Schmuck wurde ebenso wie die üppigen Girlanden der oberen Fensterbögen von Gottfried Sempers zweitem Sohn Emanuel geschaffen. Die Girlanden umwinden sozusagen den "Altar der Kunst", sie verbinden jeweils Opfergaben, Musikinstrumente und Theaterspiel mit ebenfalls ausdrucksstarken Masken.

Masken und ...
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... Girlanden
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Dramatische Gestalten - 1: Zeus und Prometheus, Antigone und Kreon, Medea und Jason sowie Bacchantin und Satyr

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Das ikonografische Programm wird fortgesetzt durch freistehende Figuren auf den  abschließenden Brüstungen der seitlichen Treppenhäuser. Auf der Nordseite zur Elbe zu finden wir die Gestalten aus Stücken der aniken Dichter Sophokles, Aischylos und Euripides, die jeweils große Konflikte darstellen: Zeus und Prometheus, Kreon und Antigone, Jason und Medea sowie als viertes eine Bacchantin und einen tanzenden Satyr.

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Dramatische Gestalten - 2: Hexe und Macbeth, Faust und Mephisto, Steinerner Gast und Don Giovanni, Titania und Oberon

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Hexe (aus Macbeth)
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Macbeth
Auf der gegenüberliegenden Seite zum Zwinger erkennt man verschiedene Akteure von neuzeitlichen Stücken, deren Aktion ebenfalls bis heute zur Beantwortung von grundsätzlichen Fragen herausfordert: Da ist die Hexe, die dem Feldherrn Macbeth voraussagt, dass er König werden wird - doch der alte König erfreut sich bester Gesundheit, soll Macbeth da seinem Schicksal nachhelfen? Er tut es und verstrickt sich immer tiefer in Schuld... Da stehen sich auch der vom Drang nach Erkenntnis erfasste Faust und ein beinahe grüblerischer Mephisto gegenüber - und Faust tut es, er verschreibt dem Teufel seine Seele ...
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Faust
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Mephisto
Das dritte Paar stellt Don Giovanni mit seinem unheimlichen Gast dar: Don Giovanni hatte das Steinerne Bildnis des toten Komturs übermütig zum Gastmahl eingeladen und als es tatsächlich erscheint und ihn zu Umkehr und Reue mahnt, da bereut er nichts ... nicht einmal im Angesicht der Hölle, in die er daraufhin fährt ...
Das letzte Paar schließlich zeigt Oberon und Titania aus dem Sommernachtstraum, einem der meistgespielten Stücke von Shakespeare. In komischer Weise werden hier "Herrschaft und Sexualität" (Stephan Siemens, club-dialektik) beleuchtet und doch schimmert bei dieser Urkomödie dabei stets der Zipfel der Tragödie durch ...

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Vier Musen: Terpsichore, Thalia, Melpomene und Polyhymnia

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Semperoper Dresden
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Eingangsbereich
Genial ist der in Form einer Exedra gestaltete zentrale Eingangsbereich. Hoch oben befinden sich seitlich links und rechts stellvertretend die vier Musen, die den darstellenden Künsten gewidmet sind: Polyhymnia, Thalia, Melpomene und Terpsichore.

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Melpomene und Terpsichore
- Polyhymnia, die Liederreiche, ist die Muse des Gesangs (auch des Tanzes), manchmal wird sie mit Leier dargestellt, doch hier hält sie ein Tamburin in ihren Händen.
- Thalia, die Festliche, Blühende, steht mit ihrer lachenden Theatermaske und dem Efeu für die Komödie (Attribute: lachende Theatermaske, Efeukranz und Krummstab)
- Melpomene, die ernst Singende, hält eine ernste Theatermaske in ihrer Hand und ist die Muse der Tragödie (Attribute: ernste Theatermaske, Weinlaubkranz, oft eine Keule oder auch manchmal ein Schwert)
-Terpsichore hingegen ist die Beschützerin des Tanzes und der Chorlyrik, ihr Attribut ist die Leier.

Vier Musen
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Marsyas, drei Grazien und Apoll

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Exedra, Semperoper Dresden
Über der Tür im ersten Obergeschoss der Exedra trägt die Kartusche den Buchstaben "A", es ist die Huldigung an den sächsischen König Albert als Bauherren. Die Wände sind mit farbigem Marmor gestaltet, die Kalotte ist hingegen bemalt: Im mittleren Tondo werden die drei Grazien dargestellt - sie "verleihen dem Opfer Würde, dem Fest Frohsinn und Freude, dem Leben und der Liebe Reiz." (Heinrich Magirius)
Links und rechts werden in den beiden Tondi Marsyas und Apoll sichtbar. Die Legende erzählt, dass Marsyas (ein Satyr) so wundervoll auf seiner Flöte spielen konnte, dass er Apoll (einen Gott!) zum (wahrscheinlich allerersten) musikalischen Wettstreit herausforderte. Es kam wie immer ... Natürlich gewann Apoll (er hat übrigens geschummelt, denn er fügte seinem Spiel auf der Kithara noch Gesang hinzu), und anschließend bestrafte Apoll den armen Marsyas schrecklich - er ließ ihn bei lebendigem Leibe häuten!

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Marsyas mit FlöteApoll mit KitharaEuphrosyne, Aglaia und Thalia - die drei Grazien

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In den Bogenzwickeln des oberen Teils der Exedra befinden sich zwei zum Sprung ansetzende Sphingen, die als Symbole der Unsterblichkeit gelten.

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Der Höhepunkt: Die Pantherquadriga des Dionysos und der Ariadne

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Die Pantherquadriga krönt den Figurenschmuck an der Semperoper. Dionysos, in der rechten Hand den Thyrsosstab mit dem Pinienzapfen an der Spitze,  führt auf dem zweirädrigen Wagen mit vier angeschirrten Panthern (er war einst als Kind von Panthern gesäugt worden) Ariadne als seine Braut heim. Semper hätte kein besseres Motiv finden können: Ist doch Dionysos, "aus dessen kultischer Verehrung ... einst das antike Theater hervorging, die Inspirationsquelle des Theaterspiels." (1)

>> Da die dramatische Kunst die einzige ist, welche eine Vereinigung aller Künste, der optischen und der akustischen zu einem gemeinsamen Zweck künstlerischen Wirkens gestattet und sogar erforderlich macht, so erscheint es nicht ungeeignet, einem der dramatischen Kunst in ihrem ganzen Umfange gewidmeten Monumente durch sinnbildliche Hinweise auf die verschiedenartigen Kunstmanifestationen, die sich in seinem Inneren kundgeben sollen, Ansehen und Schmuck zu erhellen. <<
Gottfried Semper in einem Gutachten vom April 1874   (2)


Bild "DD_Semperoper_Pantherquadriga1_01.jpg"Bild "DD_Semperoper_Pantherquadriga1_02.jpg"Bild "DD_Semperoper_Pantherquadriga1_03.jpg"Bild "DD_Semperoper_Pantherquadriga1_04.jpg"

Ariadne ist die Tochter des kretischen Königs Minos, sie hatte Theseus beim Kampf gegen den Minotauros geholfen, war dann aber von ihm auf der Insel Naxos verlassen worden. Dionysos fand die Schöne schlafend am Strand von Naxos und machte sie zu seiner Frau  ...  Zeus verlieh ihr schließlich die Unsterblichkeit.

Dionysos und Ariadne
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Die Quadriga schuf der Bildhauer Johannes Schilling. Die triumphale Brautfahrt beschreibt er selbst wie folgt: "Bacchus und Ariadne halten, Begeisterung und Freude bringend, festlichen Einzug bei den Menschen". (2)

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Rückseite und Funktionsgebäude

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Beim Wiederaufbau des kriegszerstörten Opernhauses wurden von Anfang an Erweiterungsbauten an der Rückfront für technische Zwecke und für Probenräume  vorgesehen. Diese Bauten ordnen sich dezent dem Hauptbau unter, mehre Ecken der modernen Erweiterungsbauten werden durch von Peter Makolies entworfene Masken geschmückt.

Masken am modernen Funktionsgebäude
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Zwischen den Fensteröffnungen der Hinterbühne kann man sechs ausdrucksstarke Köpfe - vier männliche und zwei weibliche - entdecken, die wahrscheinlich ebenfalls von Emanuel Semper stammen. Mittig befindet sich ein Aufsatz mit Wappenkartusche, darunter der Porträtkopf Gottfried Sempers. (Das ist ein kleiner Streich, hatte Semper doch im Revolutionsjahr 1848/49 sich am Barrikadenbau beteiligt, musste Dresden danach fluchtartig verlassen und es wurde ihm öffentliche Ehrung in Denkmalform deshalb lange Zeit verwehrt ...)  Die beiden allegorischen Figuren links und rechts des Giebels stellen den Frieden und die Gerechtigkeit dar. Das junge Mädchen links trägt im Haar einen Rosenkranz und in der Hand eine Lilie - das ist der Friede, die reife Frau mit Diadem - die Gerechtigkeit - indes hält in ihren Händen ein Buch und ein Schwert.
  
Sechs Köpfe:

Bild "DD_Semperoper_Koepfe_Westseite_01.jpg"Bild "DD_Semperoper_Koepfe_Westseite_02.jpg"Bild "DD_Semperoper_Koepfe_Westseite_03.jpg"Bild "DD_Semperoper_Koepfe_Westseite_04.jpg"Bild "DD_Semperoper_Koepfe_Westseite_05.jpg"Bild "DD_Semperoper_Koepfe_Westseite_06.jpg"

Friede und Gerechtigkeit
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Bild "DD_Semperoper_Westseite2_03.jpg"Bild "DD_Semperoper_Westseite2_04.jpg"Bild "DD_Semperoper_Westseite2_05.jpg"

Die Dachbekrönung schließlich zeigt Greifen mit Theatermasken und natürlich einen Genius der Kunst.

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Der gesamte plastische Schmuck des Außenbaues spiegelt ein ikonografisches Programm wider, dass zu den Höhen der dramatischen Kunst führen soll. Dieses  Programm setzt sich übrigens im Innenraum fort. An der Ausgestaltung waren die bedeutendsten Dresdner Künstler der damaligen Zeit beteiligt. "Die ersten Architekten fertigten die Entwürfe für die besten Handwerker. Die bedeutendsten Bildhauer und Maler der Stadt waren mit der Innenausstattung beschäftigt ... Niemand, der das Glück gehabt hat dieses Haus zu erleben, wird seine Hoheit und seine feierliche Form vergessen können." (3)
  
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1945 lag das Gebäude in Schutt und Asche. Der Wiederaufbau erfolgte bis 1985 in originaler Form und wieder waren viele daran beteiligt, die Hervorragendes leisteten - Künstler, Architekten, Techniker, Bauarbeiter ... Man muss die festliche Atmosphäre im Innern bei einer Aufführung einmal erlebt haben, um zu erkennen, dass der Wiederaufbau der Ruine weit mehr bedeutete, als nur den äußeren Rahmen für die Bühnenkunst zu gestalten: Sempers Intention, eine besondere und "freudige Atmosphäre von Geselligkeit zu schaffen ... ist ins 21. Jahrhundert hinübergerettet worden." (2)
  
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Quellen und Literatur:
(1) Daniel Jacob, Skulpturenführer Dresden, 2010
(2) Heinrich Magirius, Die Semperoper zu Dresden, Edition Leipzig, 2000
(3) Fritz Löffler, Das alte Dresden, Seemann Verlag Leipzig, 1981

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