Figuren, Reliefs und Denkmale in Potsdam: Im Park von Sanssouci


Für den preußischen König Friedrich II. war Sanssouci nicht nur Lustschloss sondern Ausdruck seiner Lebens- und Geisteshaltung. Die Gestaltung der Gartenanlagen mit Weinbergterassen, Sichtachsen und Rondellen geht ebenso im Kern auf ihn zurück wie die kostbare Ausstattung des Parks mit Figuren, Pavillons und Grotten. Die Grundstruktur der Anlage bilden die zwei Hauptachsen, die sich unterhalb des Schlosses Sanssouci schneiden.

Das Französische Figurenrondell (Fontänenrondell) im Park Sanssouci


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Fontänenrondell, Weinbergterrassen und Schloss Sanssouci in Potsdam

Im Schnittpunkt der beiden großen Parkachsen, der Ost-West-Hauptallee vom Obelisken bis zum Neuen Palais und der Süd-Nord-Achse von den Sphingen über den Weinberg mit Schloss Sanssouci bis hinauf zum Ruinenhügel, liegt das Wasserbecken mit der Großen Fontäne. Es markiert den Mittelpunkt der gesamten Parkanlage. Hier im Gartenparterre von Sanssouci bilden zwölf kreisförmig aufgestellten Marmorfiguren das sogenannte Französische Figurenrondell. Niedrige Hecken und Marmorbänke grenzen die Skulpturen voneinander ab. Seit dem Frühjahr 2012 ist das Figurenrondell wieder vollständig. Alle Skulpturen wurden inzwischen durch hervorragend gearbeitete Kopien ersetzt.

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Venus
Die originalen Figuren sind Werke französischer Bildhauer aus den Jahren 1748 bis 1764. "Venus" und "Merkur" von Jean Baptiste Pigalle kamen als Geschenk des französischen Königs Ludwigs XV. in den Park, die anderen Figuren wurden von den Bildhauern Lambert Sigisbert Adam, Francois Gaspard Balthasar Adam und Sigisbert Francois Michel geschaffen. Friedrich II. bemühte sich selbst sehr um die Vervollständigung des Rondells.

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Element "Erde"

Diesen phantastischen Ort mit seinen blendend weißen Figuren bei Sonnenschein und blauem Himmel zu erleben, ist eine wunderbare und großartige Erfahrung. Die Komposition der Anlage ist wohl durchdacht und nichts ist hier zufällig ... im preußischen Arkadien ...


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Element "Luft", Sockel
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Element "Luft"
Dargestellt werden die 4 Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft sowie die olympischen Götter Apollon (Apoll), Diana (Artemis), Juno (Hera), Jupiter (Zeus), Minerva (Athene), Merkur (Hermes), Venus (Aphrodite) und Mars (Ares). Das unten stehende Schema (nach (1)) verdeutlicht die Komposition. Die Skulpturen stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander und lassen, je nachdem von welcher Richtung man kommt, unterschiedliche Gedankenspiele und Interpretationen zu.
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Einige Aspekte sollen im Folgenden aufgezeigt werden, für weitergehende Betrachtungen wird auf das sehr lesenswerte Buch "Tod, Glück und Ruhm in Sanssouci" (1) verwiesen, wo der interessierte Leser eine Fülle von Informationen zur Gartenphilosophie von Sanssouci bekommt.

(1) Adrian von Butlar, Marcus Köhler:
Tod, Glück und Ruhm in Sanssouci, Ein Führer durch die Gartenwelt Friedrichs des Großen, Hatje-Cantz-Verlag 2012

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Die vier Elemente

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Element "Feuer", Sockel
Sie stehen für die unveränderlichen Grundsubstanzen, aus deren Mischungsverhältnis alles andere entstehen soll. Neben den von Aristoteles zugeordneten physikalischen Eigenschaften wie trocken, feucht, kalt und warm wurden ihnen später auch psychologische Eigenschaften wie z. B. zielstrebig, nachgiebig, flexibel, starr usw. zugeschrieben, so dass sich ihre Kombinationen auch auf die Temperamente und menschlichen Charaktere ausdehnen lassen. Die Elementelehre spielte eine große Rolle in der mittelalterlichen Alchemie und ist bis heute bei den Esoterikern (und im Comic: Die fantastischen Vier) anzutreffen ...

Die Erde - Ceres lehrt Tripolemus das Pflügen

Original von Francois Gaspard Adam (1758), Kopie von Wolfgang Wille (2007)
Sockelreliefs: vorn: Autumnus (der Herbst), hinten: Vesta (Göttin des Herdfeuers)

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Ceres (griech. Demeter) ist eine der zentralen Muttergottheiten aus
dem griechisch-asiatischen Kulturkreis. Sie kann dreifach auftreten:
als Jungfrau, Mutter oder als alte Frau und ist für das Korn, die
Fruchtbarkeit der Erde und die Jahreszeiten verantwortlich. Als sie
einst auf der Suche nach ihrer von Hades geraubten Tochter Per-
sephone erschöpft und traurig als alte Frau am Wegrand saß, ...
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...nahm Keleos sie vor Mitleid mit in sein Haus. Dessen Sohn Tripolemus war schwer erkrankt, Demeter kann ihn heilen und in der Nacht legt sie das Kind sogar heimlich in die Herdglut, um ihm die Unsterblichkeit zu verleihen. Die leibliche Mutter Metaneira bemerkt jedoch die seltsamen Vorgänge, reißt ihr Kind aus der Glut und beendet so den unheimlichen Zauber der Alten ...
So verhindert Mutterfurcht Unsterblichkeit! Wenigstens schenkt Demeter dem Tripolemus nun ein Bündel Ähren und erklärt ihm den Ackerbau, lehrt ihn pflügen, säen und ernten ...

Das Feuer - Venus betrachtet den von Vulkan für Aeneas geschmiedeten Schild

Original von Francois Gaspard Adam (1756), Kopie von Andreas Klein (2010)
Sockelreliefs: vorn: in der Schmiede des Vulkan, hinten: Vestalin am Feuer, seitlich: Salamander

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Ein einziges Mal hatte sich Venus (griech. Aphrodite), die doch
sonst in Liebesdingen so erfahrene Göttin, selbst in einen Sterb-
lichen verliebt, dessen Liebe sie sich schämte ... Der Verbindung
mit Anchises, einem Sproß aus altem trojanischen Geschlecht,
entsprang Aeneas, der schließlich als Stammvater der alten
Römer in die (Sagen-)Geschichte eingehen sollte. Doch soweit...
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...ist es noch lange nicht, vorher wird zehn Jahre der Kampf um Troja ausgefochten und so bittet Mutter Venus den kunstfertigen Schmiedegott Vulkan (Hephaistos) um Rüstung und Waffen für ihren Sohn ... Aeneas überlebt denn auch den mörderischen Krieg, kann seine Familie und wenige Getreue aus dem brennenden Troja retten und landet nach langer Irrfahrt am Ufer des Tiber. Wie man sieht, hat Hephaistos das irgendwie vorhergesehen: auf dem Schild sind bereits die Buchstaben S.P.Q.R. zu erkennen ... Der Schriftzug bedeutet "Senatus Populusque Romanus" (Senat und Volk von Rom) und ist das Hoheitszeichen des antiken Rom.

Die Luft und Das Wasser

Originale von Lambert Sigisbert Adam (1749), Kopien von Andreas Klein (2006) und Peter Flade (2011)
Sockelreliefs: Luft: Südwind (vorn), Westwind (hinten); Wasser: Oder (vorn), Spree (hinten)

Die Luft
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Die beiden Skulpturen Luft und Wasser waren ursprünglich als Jagdmotive entworfen worden (zwei Nymphen mit erlegtem Reiher stehen für den Vogelfang, die zwei Nereiden mit Netz für den Fischfang). Sie wurden so umgearbeitet, dass sie die Elemente Luft und Wasser darstellen und so die vier Elemente vervollständigen konnten.

Das Wasser
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Friedrich II. war viel an der Komplettierung der vier Elemente gelegen, spielen diese doch auch eine zentrale Rolle im Gedankengut der Freimaurer. (Man denke nur an die Feuer- und Wasserprobe in Mozarts Zauberflöte...)

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Die Götterversammlung

Sie sind zum Fest geladen, denn Thetis, die schönste der Nereiden (Meeresgöttinnen), und Peleus, der König der Myrmidonen, feiern Hochzeit. Achilles wird aus dieser Verbindung hervorgehen ... und auf dem Hochzeitsfest werden sich drei Göttinnen streiten, wem der Apfel mit der hinterlistigen Aufschrift "Der Schönsten" zusteht ... Das zentrale Brunnenbecken mit der großen Fontäne enthielt ursprünglich eine Figur der Thetis, um die sich hier alle anderen Götter versammeln.

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Juno
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Jupiter mit Io

Nähert man sich dem Rondell auf der "Achse der Erkenntnis" von Süden nach Norden, dann begegnet man zuerst dem Herrscherpaar Jupiter (Zeus) und Juno (Hera) in einer delikaten Situation:
  

Jupiter (Zeus)

Original von Francois Gaspard Adam (1758), Kopie von Wolfgang Wille (2003)

Zeus, der oberste der olympischen Götter ist absoluter Herrscher und verkörpert absolute Macht. Wirklich? Er musste sich sehr in Acht nehmen vor seiner eifersüchtigen Gattin Hera, so dass er bei seinen amourösen Affären oft zu seltsamen Mitteln griff ...

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Jupiter
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Juno
So auch hier wieder: In seinem unstillbaren Verlangen nach schönen Menschenfrauen verwandelte Zeus sich in eine undurchdringliche Wolke, um sich so von seiner Gattin ungesehen der schönen Königstochter Io nähern zu können. Hera ahnte natürlich, dass hinter dem plötzlich auftauchenden dicken Nebel irgend etwas vor sich ging, stellte Zeus nach und dem fiel im entscheidenden Moment nichts Besseres ein, als die schöne Io in eine makellose weiße Kuh zu verwandeln und gaaanz unschuldig zu tun ... Und Hera? Sie tat so als merkte sie nichts, bewunderte die schöne Kuh und ließ sich diese einfach schenken! Aber nur, um die arme Io zu piesacken - sie schickte eine Bremse, so dass die furchtbar geplagte und zerstochene Io halb wahnsinnig um die halbe Welt lief, bis sie in Ägypten ermattet zusammenbrach. Das rührte nun selbst einen Gott: Zeus versprach Hera hoch und heilig, Io nie wieder zu sehen und gab ihr daraufhin die menschliche Gestalt zurück. Io blieb in Ägypten, wurde dort als Göttin verehrt und der Sohn Epaphos, den sie aus der Verbindung mit Zeus gebar, wurde in Ägypten König.

Juno (Hera)

Original von Francois Gaspard Adam (1753), Kopie von Peter Flade (2004)

Hera scheint in heftiger Zwiesprache mit Zeus; sie wird, wie so häufig, mit dem Pfau dargestellt, der für Schönheit und Eitelkeit zugleich steht. Schließlich hatte sie dem Pfau ja auch zu seinen "Pfauenaugen" verholfen ...
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Juno mit Pfau
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Jupiter mit Io
Das aber kam so: Zeus hatte Hera die in eine Kuh verwandelte Io zum Geschenk gemacht und Hera ließ diese nun durch den Riesen Argos Tag und Nacht bewachen. Argos (oder Argus) hatte mit seinen hundert Augen, die niemals gleichzeitig schliefen, die arme Io immer im Blick. Doch dann schickte Zeus den listigen Merkur (Hermes), der dem Argos laaange Geschichten erzählte, nebenbei auf seiner Flöte spielte, den Riesen endlich einschläferte, ihm dann kurzerhand den Kopf abschlug und so Io befreite. (Diese Befreiung war aber nicht von Dauer, denn Hera schickte Io darauf hin ein äußerst lästiges Insekt.) Bis heute spricht man beim misstrauischen Beobachten von Argusaugen ... Hera wiederum nun schmückte mit den Augen des Argos das Gefieder des Pfaus, der ihr ständiger Begleiter wurde.

Lässt man das göttliche Elternpaar mit seinen privaten Problemen und Eifersüchteleien hinter sich, dann trifft man im Weiterschreiten auf der "Achse der Erkenntnis" gegenüber die Vertreter der neuen und jungen Generation: links die Göttin der Liebe und Schönheit, Venus, rechts den Götterboten und Seelenleiter, Merkur.

Venus (Aphrodite)

Original von 1748 von Jean Baptiste Pigalle (1748), Kopie von Rudolph Böhm (2008)

Sie ist wahrhaftig die Göttin der Liebe und der Schönheit! Niemand wie sie sitzt nackt so anmutig und elegant auf einem Felsen, neben sich zwei turtelnde Täubchen!

   
Und Venus/Aphrodite verkörpert letztlich die
einzig wirkliche Macht, der Menschen wie
Götter sich beugen und aus der sich alles
andere - auch die Kunst - speist. Sie ist ihrem
Gegenüber Merkur (Hermes) zugeneigt, so
dass man auf dem Weg (nach oben zur Er-
kenntnis) zum Schloss auf dem Hügel nur
unter ihren Augen weitergehen kann ...


Aus ihrem Verhältnis mit Hermes entsprang
übrigens einst Hermaphroditos, ein (vollkom-
menes?) Wesen, das zugleich männliche
und weibliche Züge aufwies.


Für die Darstellung wird das Javascript "Slideshow"
von Andreas Berger (www.bretteleben.de) verwendet.

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Merkur (Hermes)

Original von Jean Baptiste Pigalle (1748), Kopie von Wolfgang Wille (2010)

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Merkur ist mit seinen Attributen Flügelhut und Flügelschuhe
dargestellt, das Kerykeion (Hermesstab) hat er abgelegt.
Offenbar scheint er gerade im Begriff zu sein, Venus eine
Nachricht zu überbringen. Die beiden Skulpturen Venus und
Merkur waren einGeschenkdes französischen Königs
Ludwig XV. an Friedrich II.
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Die Skulpturen gehören zu den herausragenden bildhauerischen Werken ihrer Zeit. Die Originale befinden sich im Bodemuseum in Berlin.  
Hermes ist der Gott der Hirten, der Reisenden, der Kaufleute aber auch der Diebe. Er überbringt Botschaften und Nachrichten und ist mit Flügelhut und -schuhen natürlich besonders schnell. Das Kerykeion, ein von zwei Schlangen umwundener geflügelter Stab, wird zum Symbol der Herolde, des Handels, der Wirtschaft und wird bis heute von staatlichen Einrichtungen verwendet.
Doch Hermes ist nicht nur der ideenreiche, listige und verschlagene Götterbote und Nachrichtenübermittler sondern gilt auch als Überbringer der Träume und begleitet die Seelen der Verstorbenen auf ihrem Weg in die Unterwelt.
Vor dem Aufstieg zum Schloss, an dessen Front sich die Worte "Sans Souci - Ohne Sorgen" befinden, mahnen also Venus und Merkur an Liebe und Tod ...
Einen anderen Blickwinkel erhält man beim Durchschreiten des Figurenrondells auf der "Achse der Macht" von Ost nach West. Hier begegnet man zuerst dem Geschwisterpaar Apoll und Diana.

Apollon

Original von Francois Gaspard Adam, 1752, Kopie von Konscha Schostak (2004)

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Apollon mit getötetem Python
Apoll wird mit dem Python dargestellt, eine Art Ungeheuer, Schlange oder Drache, den er gerade erschlagen hat. Warum das? Python ist ein Geschöpf der Gaia, Mutter diverser solcher Ungeheuer. Doch bei dieser Geschichte steckten wieder Zeus und Hera dahinter: Zeus hatte ein Techtelmechtel mit der schönen Leto und Hera kam natürlich dahinter ... Als die Zeit reif war für Letos Niederkunft, hatten Hera im Verein mit Mutter Gaia dafür gesorgt, dass Leto keinen Ort auf der Erde fand, wo sie in Ruhe gebären konnte, außerdem hatten sie den schrecklichen Python geschickt, der Leto vernichten sollte. Hera war nämlich geweissagt worden, dass Letos Kinder mit Zeus schöner, mächtiger und strahlender sein würden als ihre eigenen. Wenn Götter hassen, dann wohl unnachgiebig...
Doch hier griff jetzt Zeus' Bruder Poseidon ausnahmsweise gütig ein: er ließ aus dem Meer die Insel Delos aufsteigen, die Leto Zuflucht gewährte und sie vor den Nachstellungen Heras verbarg. Leto gebar Zwillinge, einen Jungen und ein Mädchen - die Götter Apoll und Artemis (Diana).
Und was tat Apoll nun als erstes?

Apollon mit Python
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Er verfolgte und tötete den Python, da soll er gerade mal 4 Tage alt gewesen sein. Sein Bogen war absolut treffsicher, doch vielleicht hat ihm ja seine Schwester Artemis dabei geholfen. Der Python hatte noch versucht, in einer Erdspalte zu entkommen. Vergeblich, selbst seine weissagende Kraft hatte ihm dabei nichts geholfen. Doch nun wird Apoll zum Beschützer der Weissagungen, der Künste und des Lichts und sein Heiligtum in Delphi entwickelt sich zu einem bedeutenden religiösen Zentrum der griechischen Antike. Dort hatte das berühmte Orakel seinen Platz, wo die Apollon-Priesterin (die Pythia) in Trance über einer Erdspalte sitzend in die Zukunft schaute. Und nach diesen Orakelsprüchen richteten sich Könige ...  
  

Diana (Artemis) im Bade

Original von Lambert Sigisbert Adam (1753), Kopie von Andreas Klein (2002)

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Diana (griech. Artemis) ist die jungfräuliche Zwillingsschwester des
Apollon, ihre Leidenschaft ist die Jagd. Hier am Rondell in Sans-
souci übt sie ihre Leidenschaft jedoch nicht aus, statt dessen sind
Bogen und Pfeile abgelegt und der Jagdhund ruht neben ihr. Diana
nutzt die idyllische Gelegenheit zu einem ausgiebigen Bade. Doch
Vorsicht!Wenn man sie denn schon beim Baden beobacht ...
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... sollte man sich nicht wie der unglückliche Aktäon dabei erwischen lassen! Der musste seine Unvorsichtigkeit nämlich auf grausame Weise büßen ...
So wie dem Apoll Licht, Sonne und die Künste zugeordnet werden, so ist Diana/Artemis mit dem Mond und der Natur verbunden. Sie trägt ein Mondiadem, ist die Beschützerin der Mädchen und Frauen und lebt ein ungezügeltes und freies Leben in der Natur. Männer lässt sie nicht an sich heran ...

Apoll und Diana stehen in Sanssouci für eine jugendliche neue Generation, die durchaus gegen die Vorstellungen der Eltern rebelliert und ihren eigenen Lebensstil findet.

Beim Weiterschreiten passiert man im Westen des Rondells ein gänzlich anderes Paar: Mars und Minerva. Die eben geschaute Idylle ist nicht aufrechtzuerhalten, jetzt stehen die Zeichen auf Konfrontation.

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Mars (Ares) und Minerva (Athene)

Original des Mars von Francois Gaspard Adam (1760), vollendet von Sigisbert Francois Michel (1764), Kopie von Wolfgang Wille (2001)
Original der Minerva von Francois Gaspard Adam (1760), Kopie von Peter Flade (2001)

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Mars
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Minerva
Mit wilder Pose ist Kriegsgott Mars gerade im Begriff den Speer zu schleudern (*) und so die gewaltsame Auseinandersetzung zu beginnen. Es gibt kein Zurück, die Gewalt ist nicht mehr aufzuhalten. Oder doch? Ebenso wild entschlossen erscheint Minerva, sie hat einen Grenzstein (*) gepackt und es bleibt offen, ob sie diesen heraus reißt und wegschleudern wird oder ob sie die Grenzen neu gesetzt hat und durch den Stein fixieren will. Doch egal: Die Bedrohung bleibt und das ungute Gefühl, dass die Weisheit der Entscheidungsträger versagt hat, wird noch verstärkt, wenn man das Fontänenrondell verlässt und in Sanssouci auf dem Weg nach Westen weitergeht. In den sich anschließenden Rondellen werden Gewalt und Leidenschaft, Entführung und Raub weiter thematisiert.

Mars und Minerva
Bild "Sanssouci_Mars_03.jpg"Bild "Sanssouci_Mars_02.jpg"Bild "Sanssouci_Minerva_02.jpg"Bild "Sanssouci_Minerva_03.jpg"Bild "Sanssouci_Minerva_04.jpg"

Dabei hatte doch alles so gut mit dem Hochzeitsfest der Thetis begonnen, bis der Chef Zeus sich vor der Verantwortung drückte, den Streit der drei Göttinnen, wer von ihnen die Schönste wäre, zu schlichten und das Urteil darüber dem überforderten Paris überlies. Friedrich II. lässt im Park von Sanssouci spekulativen Gedanken Raum, dass für ihn das Hochzeitsfest der Thetis mit einer Fehlentscheidung des Paris endet, die in der Konsequenz zum Trojanischen Krieg führt. Wie hätte der Preußenkönig sich wohl an Paris' Stelle entschieden? Wahrscheinlich eher für Ruhm oder Weisheit statt für die schönste der sterblichen Frauen ...

(*) Speer und Grenzstein nehmen sowohl Bezug auf den römischen Brauch der Kriegserklärung und auf das gegen 460 v. Chr. entstandene Weihrelief der Athena von der Akropolis in Athen.

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zum Götterrondell