Figuren, Reliefs und Denkmale in Potsdam: Im Park von Sanssouci


Das Musenrondell

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Thalia
Wenige Schritte weiter auf dem Hauptweg in Richtung Westen vom Rondell vor den "Neuen Kammern" kommend, kann man sich noch einmal entscheiden, welche Richtung man weiter einschlagen möchte - mehrere Wege kreuzen sich an einem Platz, dessen acht Skulpturen  zur Bezeichnung "Musenrondell" führte. Es sind diejenigen der Musen, die mit ihrer Kunst über Leben und Taten der Götter, Helden und Menschen in Gesang, Tanz und Dichtung berichten - die neunte Muse - Urania -, die mehr den Wissenschaften zugeneigt ist, fand hier keinen Platz.

Die acht Töchter des Zeus und der Mnemosyne sind an ihren Attributen (nicht immer eindeutig) zu erkennen:

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Kalliope - "die mit der schönen Stimme" -ist die Muse der
epischen Dichtung, der Philosophie und der Elegie, aber auch
des heroischen Gesangs, der von den Heldentaten berichtet.
Ihr Erkennungsmerkmal ist oft eine Schreibtafel oder ein Buch,
hier wird sie mit Buch und Lorbeerkranz dargestellt.
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Euterpe - "die Erfreuende" - Ihr Zeichen ist die Flöte bzw.
die Doppelflöte (Aulos), damit ist sie als Beschützerin des
Flötenspiels, der Tonkunst und der lyrischen Dichtung leicht
zu erkennen. Doch in Sanssouci ist ihre Flöte wohl abhanden
gekommen ...
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Erato - "die Liebevolle und Sehnsucht Weckende" - Sie ist
die Muse der Liebesdichtung, des Liebeslieds, der Lyrik, auch
des Gesangs und des Tanzes. Hier im Musenrondell im Park
von Sanssouci wird sie mit Leier und Posaune dargestellt.
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Terpsichore - "die Reigenfrohe" - Sie soll den Tanz erfunden
haben, worauf ja ihr Name hindeutet - und so wird sie denn auch
häufig mit einer Leier tanzend dargestellt. Hier in Sanssouci aller-
dings schlägt sie lustig das Tambourin.
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Polyhymnia - "die Hymnenreiche" - Sie steht allen Dichtern und
Sängern zur Seite, die sich der Liedkunst und des Gesangs ver-
schrieben haben ... Dafür hält sie eine extra große Schriftrolle
bereit.
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Melpomene - "die ernst Singende" - Ernst schaut sie drein -
singt sie doch tragisches Geschick. Die singende Muse der
Tragödie und des Trauergesangs wird meist mit der tragischen
Theatermaske dargestellt, hier hat sie ihre traurigeMaske
beiseite gelegt und hält einen Dolch in der rechten Hand. Neben
ihr liegen Buch und Krone.
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Ihre Schwester Thalia - "die Festliche" dagegen gilt als
Beschützerin der komischen Dichtkunst und der Theaterspiel-
stätten überhaupt. Die tragische Theatermaske ergänzt sie
durch ihre komische Maske, die beiden Masken dienen oft als
Sinnbild des Theaters. Die Kastagnetten in ihrer Hand passen
zu ihrem heiteren Gemüt, aber seltsam, was haben Zirkel und
Winkelmesser auf der Rolle bei ihr zu suchen?
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Klio - "die Rühmende" - hält als Muse der Geschichtsschrei-
bung ihren Stift in der rechten Hand bereit, um alle Ruhmestaten
unverzüglich festzuhalten. Lorbeerkranz und das Buch der Ge-
schichte sind ihr beigegeben.
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Ein Großteil der Skulpturen wurde von Friedrich Christian Glume (1714-1752), einem der bedeutendsten Bildhauer Potsdams zur Zeit Friedrich II., geschaffen.

Was soll der Zwang, die Musen zu ergründen
als wär ein Kuss schon der Roman.
Was als Begehren anfängt - in Ehren oder Sünden
zieht uns als Ewig-Weibliches hinan:
Sie ist das Weib im Mann und Weib im Weibe,
mit ihr wird die Idee zur Kunst!
Wo der Ideen irdsche Bleibe
bestimmt der Künstler nicht, nur ihre Gunst.
Wie Merlins Stab den Zauber einzusetzen
schwebt sie herab, ist Funke oder Glut.
Wen sie beehrt mit ihren Schätzen,
verschreibt sich ihr mit Geist und Blut.
Quelle: Müßiggang ist aller Muse Anfang - Eine Mittsommernachtsmuserevue,
Programmfaltblatt zum Elbhangfest Dresden 2012, Johannes Gärtner, Dresden

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