Figuren, Reliefs und Denkmale am Wege, in kleinen und größeren Orten:

Der Mythenweg in Thale


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Infotafel in Thale
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Wotan am Brunnen
der Weisheit in Thale
Das ist etwas Besonderes, worüber die große Tafel am Rathausplatz in Thale informiert: Die Besucher der Stadt werden "herzlich eingeladen, das Stadtgebiet zwischen der Talstation der Kabinenbahn und dem Rathaus entlang des Mythenweges zu durchwandern. (...) insgesamt zwölf eindrucksvolle, von verschiedenen Künstlern geschaffene Figuren und ein großflächiges Wandbild (flankieren) diesen Weg. Sie sollen daran erinnern, das in grauer Vorzeit Hexentanzplatz und Rosstrappe Stätten germanischer Götterverehrung waren. Im Fußweg eingelassene, glücksbringende Hufeisen führen Sie zu den jeweiligen Kunstwerken unterschiedlicher Stilrichtungen, über deren Bedeutung gesonderte Informationstafeln Auskunft geben." Soweit der einleitende Text auf der Infotafel. Na, da machen wir uns doch gleich mal auf den Weg...
Es sei denn, Sie wollen erst noch am -->Brunnen der Weisheit vorbeischauen...

Heimdall

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Schild und Schwert
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Info
Die germanische Götterwelt ist ziemlich komplex, es gibt zahlreiche zeitliche und räumliche Verbindungen. Die Weltesche verbindet zum Beispiel unten und oben. Doch die Götter gelangen über den nur ihnen vorbehaltenen Feuerbogen - die Regenbogenbrücke - in ihr Reich, den Götterhimmel. Hier steht der Lichtgott Heimdall mit Schild und Schwert auf Wacht. Und Heimdall wird dann später auch mit seinem Horn Gjalla zur Götterdämmerung blasen...

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Die Skulptur Heimdall wurde von Wolfgang Rossdeutscher (Magdeburg) geschaffen.


Sleipnir


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Sleipnir
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Info
Sleipnir ist der Name von Wotans treuem achtbeinigem Ross, dass unglaublich schnell durch die neun Welten "gleitet". Der Allvater bekam es vom Feuergott Loki geschenkt, und Loki hatte Sleipnir selbst geboren, als er in eine Stute verwandelt, mit dem Hengst Swadilfari anbandelte, um die Göttin Freia zu retten... Das klingt alles recht seltsam und kompliziert - und das ist es auch. Hier in Thale jedenfalls "erholt sich Wotans Zauberpferd von den anstrengenden Ritten mit seinem Herrn über die Wolken und die Meere der germanischen Welt. Wotan trinkt inzwischen am Rathaus aus dem Brunnen der Weisheit". So kann man es auf der einen Tafel lesen. Auf einer anderen erfährt man, dass der Metallgestalter Wolfgang Holzbauer aus Gernrode das Zauberpferd gestaltet und übergeben hat.

Wotans Zauberpferd Sleipnir
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Die drei Nornen


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Drei Nornen
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Info
Unabhängig und außerhalb der Götter wirkt die Macht des Schicksals: Die Nornen - Schicksalsgöttinnen - teilen dieses Menschen wie Göttern zu. In der nordischen Mythologie werden sie oft von drei Schwestern, drei weiblichen Wesen unterschiedlichen Alters verkörpert. Ihre Namen sind Urd, Verdandi und Skuld. Die Nornen leben an der Urdquelle bei der Weltesche Yggdrasil. Sie wissen alles.


      Die drei Schwestern
lenken die Geschicke
der Menschen und
Götter.

Urd wird als alte Frau
dargestellt: Sie
verkörpert das
Vergangene.

Verdandi in ihrer
jugendlichen Schön-
heit ist Gegenwart.

Skuld zeigt sich
bedeckt. Sie hält
die Schriftrolle,
in der die Zukunft
verzeichnet ist.
Für die Darstellung wird das Javascript "Slideshow" von Andreas Berger (www.bretteleben.de) verwendet.

Die Skulptur der drei Nornen wurde von Michael Weihe geschaffen.
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Hexen, Teufel und andere Märchenfiguren

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Wurden aus den mythischen Gestalten der Vorzeit die Protagonisten von Märchen- und Sagengeschichten? Vielleicht. Dass die alten heidnischen Götter und Göttinnen zu dunklen Mächten gewandelt wurden, die von der  christlichen Kirche bekämpft wurden, kann man sich gut vorstellen. Jedenfalls wimmelt es im Harz bis heute von Geschichten über Hexen und Teufel.
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Dichterfürst Goethe hat mit der Beschreibung der Walpurgisnacht im "Faust" dieser Gegend ein unsterbliches literarisches Denkmal gesetzt. Und im Zuge heutigen touristischen Marketings MUSS es einfach auch einen "Hexenstieg" mit allerlei Amüsements geben. Auf dem Harzer Hexenstieg kann man außerdem noch herrlich wandern. Also los! Hoch zum Hexentanzplatz!


Auf dem Hexentanzplatz

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Endlich oben angekommen eröffnet sich von den verschiedenen Aussichtspunkten ein grandioser Blick ins Harzvorland, ins Bodetal oder hinüber zur Rosstrappe. Und Wotan ist auch schon da: Er grüßt mit seinen beiden Raben Hugin und Munin vom Giebel der Walpurgishalle herab. Die Walpurgishalle wurde 1901 im Stil (der damaligen Vorstellungen) eines altgermanischen Blockhauses errichtet. Im Innern befinden sich großformatige Gemälde zu Goethes Walpurgisnacht und ein als germanischer Opferstein angesehener Granitstein.

Die Homburg

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Wallanlagen der Homburg auf
dem Hexentanzplatz
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Infotafel
Bereits in grauer Vorzeit befanden sich hier befestigte Anlagen und wahrscheinlich Kultplätze. Alte Wallanlagen und Fundstücke künden davon. Auf der Infotafel kann man erfahren, dass die Kernburg der Homburg zwischen 750 und 450 v. Chr. (!) errichtet wurde und auf dem äußeren Sporn des Hexentanzplatzmassivs lag. Weiter heißt es: "Sie wurde durch die unmittelbar vorgelagerte Wallanlage und den 'Sachsenwall' geschützt. Die Wallanlage verläuft in südlicher und östlicher Richtung. Im Süden befindet sich in der Wallanlage eine Lücke und ein vorgelagerter Graben. Hinter dem Ostwall ist ein laufgangartiger Innengraben angeordnet. Die Homburg bildet mit der auf dem Roßtrappenmassiv gelegenen Winzenburg ein Befestigungssystem von noch ungeklärter siedlungs-, militär und religionsgeschichtlicher Bedeutung. Im hohen Mittelalter könnte eine kleine Feudalburg auf der beherrschenden Geländekuppe gestanden haben, die keinerlei bauliche Reste und geschichtliche Nachrichten hinterlassen hat. Auf dem höchsten Punkt dieses Geländes steht die 1901 errichtete und 1994 wieder neu aufgebaute Homburgswarte als Aussichtsturm."

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Hier wohnt die Hexe
Auf den alten Kultplätzen wurde wahrscheinlich noch lange nach der Christianisierung heimlich den alten heidnischen Bräuchen nachgegangen. Und auch heute ist hier oben immer etwas los: Im Harzer Bergtheater werden Geschichten erzählt, im Tierpark sieht man heimische Tiere, im kopfstehenden Hexenhaus wuselt die Märchenhexe...

Der magische Steinkreis


Auf dem Hexentanzplatz
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Besonderen Spaß macht den Besuchern aber die Figurengruppe am eigentlichen Hexentanzplatz: Oben sitzt der Teufel auf einem Granitbrocken und betrachtet spöttisch das Treiben. Ihm zu Füßen ein - ja was? ein Höllenhund, ein Höllenschwein? Oder ein Homunkulus? Wahrscheinlich von allem etwas. Und schön blank gegriffen an den knackig runden Stellen ist die (von vorn alte, von hinten junge) Hexe Wadelinde; ist sie des Teufels Großmutter, die angestrengt versucht, den magischen Steinkreis zu schließen?

Na ... wie wär's ...
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Könnt' ja mal einer mithelfen...

Huh, bin ich schön hässlich...
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Die Bronzefiguren schuf der Quedlinburger Bildhauer Joachim Müller, die Holzfiguren wurden von verschiedenen Künstlern (z. B. Bernd Winter, Michael Krüger, Robertas Keliauskas und anderen) gestaltet.
Schauen Sie doch mal vorbei!

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nach Wolmirstedt