Türme in Stendal

In Stendal - der Altmark-Metropole - überrascht und beeindruckt den Besucher in der Altstadt eine markante Turmsilhouette:
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Panoramablick vom Uenglinger Torturm in Stendal
Im Bild oben sind zu sehen (v. l. n. r.): der Turm von St. Jacobi, die beiden Doppelturmfassaden von der Stadtkirche St. Marien und vom Dom St. Nikolaus sowie der Turm von St. Peter. Dazu kommen noch die reich verzierten Türme des Uenglinger und des Tangermünder Tores. Die Bauwerke präsentieren sich in schönstem Backsteinrot, der Farbe, die so charakteristisch ist für die Bauten der (nord-)deutschen Backsteingotik.

Die Türme vom Dom St. Nikolaus in Stendal

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Dom zu Stendal
Ab 1420 wurde der Dom in der heutigen Gestalt als spätgotische Hallenkirche mit Querhaus und Chor an Stelle der älteren romanischen Basilika neu errichtet. Die unteren Geschosse der romanischen Doppelturmfront wurden in den Neubau eingebunden und erhöht. Die beiden Westtürme sind 71,50 Meter hoch, sie werden durch hohe Spitzdächer abgeschlossen. Ein besonders schönes Beispiel der Backsteingotik ist die Schaufassade des zum Domplatz gewandten nördlichen Querschiffes. Doch im Innern birgt der Dom einen Schatz von europäischem Rang: 22 mittelalterliche Glasfenster, vorrangig aus der Zeit von 1425-1450, sind erhalten und lassen den Chorraum, Teile des Quer- und Langhauses in geheimnisvollem Licht erglühen. Während des 2. Weltkrieges waren die kostbaren Fenster ausgelagert, nach der Beseitigung der schweren Kriegsschäden von 1945 konnten die Fenster bis 1963 wieder eingesetzt werden. Diese besondere Stimmung im Hohen Chor muss man einfach erlebt haben...

Dom - Nordseite, Turm und Fenster
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Informationstafel
Auf der Informationstafel am Dom erfährt man, dass vom ursprünglichen Gründungsbau 1188 als Chorherrenstift der Westbau, der feldsteinerne Unterbau der Türme erhalten ist; weitere Eckdaten zum Dom sind: 1258 Wiedereinweihung des Domes, 1423-1462 Bau des heutigen Domes, mittelalterliche Glasmalereifenster aus der Zeit von 1425-1470, Chorgestühl um 1429.


Turmansichten
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Die Türme der Marienkirche in Stendal

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Markt, Rathaus und Marienkirche
Die beiden Türme der Marienkirche erheben sich weithin sichtbar hoch über die Stadt, sie bilden zusammen mit dem historischen Rathaus und dem Roland ein wunderbares Architekturensemble am Markt, der so mit zu den schönsten Plätzen dieser Art gehört. Die Türme der Marienkirche erreichen eine Höhe von etwa 82 Metern, zwischen ihnen befindet sich in Höhe des Helmansatzes eine Brücke mit kleinem Dachreiter. Die Türme der Marienkirche überragen selbst die Türme des nahen Domes und künden vom Stolz der Bürgerschaft, die den Neubau der Stadtkirche um 1420 anstelle des romanischen Vorgängerbaus beschloss und ausführte. Die Untergeschosse der Türme wurden jedoch bereits vorher gebaut, ursprünglich sollte wohl mit der neuen Westfront nur die alte Ratskirche aufgewertet werden.

St. Marien zu Stendal
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Die Türme und der Mittelbau enthalten einen besonderen Schatz, den man bei einer Turmbesteigung zu sehen bekommt: vier große Glocken bilden das Hauptgeläut, darunter ist mit fast 5 Tonnen die von dem berühmten Glockengießer Geert (Gerdt) van Wou 1490 gegossene "Maria" die größte und schwerste Glocke. Gerdt van Wou goss auch die berühmte "Gloriosa" des Erfurter Doms. Der -->Förderverein Glocken St. Marien Stendal e. V. hat sich erfolgreich um die Wiederherstellung dieses einmaligen Geläuts verdient gemacht hat und bietet interessante Turmführungen (mit Besichtigung der Glocken und des Dachstuhls!) an, bei denen man viel Wissenswertes erfahren kann (unbedingt empfehlenswert!!). Insgesamt umfasst das Geläut der Marienkirche 12 Glocken. Mehr Details zu den Stendaler Glocken können Sie auf der Webseite des Vereins -->hier nachlesen.

St. Marien, Glocken, Klöppel und Uhr
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Die Innenausstattung der  Marienkirche ist sehenswert: der spätgotische Schnitzaltar, die Chorschranke mit ihren älteren romanischen Figuren ... Doch damit nicht genug: Auch die Orgel in St. Marien ist eine Rarität - sie wurde 1580 von Hans Scherer d. Ä. (1522-1611) geschaffen und ist Architektur-, Kunst- und Klangdenkmal gleichermaßen. Trotz Veränderungen gehört sie im nördlichen Europa zu den bedeutendsten Orgelanlagen aus dieser Zeit. Und unter der Orgelempore befindet sich eine funktionierende astronomische Uhr!
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Rathaus, Roland und Marienkirche
Die astronomische Uhr stammt aus dem 16. Jahrhundert, das Zifferblatt enthält die Jahreszahl 1552. Seit der Restaurierung von 1977 durch den Stendaler Goldschmiedemeister Roever ist das technische Meisterwerk wieder voll funktionstüchtig. Das etwa 3 mal 3 Meter große Zifferblatt enthält neben den Zeitzeigern weitere Angaben: Die Tierkreiszeichen werden im Lauf des Jahres vom Sonnenzeiger durchlaufen, mit Hilfe einer Mondscheibe werden die Mondphasen sichtbar und der Mondzeiger umkreist das Zifferblatt in 27,3 Tagen (siderischer Monat). Weitere Details und technische Daten zu dieser einmaligen Uhr können Sie auf der Webseite der Goldschmiede Roever nachlesen:http://www.roever-stendal.de/astronomische-uhr.html, der Traditionsbetrieb kümmert sich nun schon in zweiter Generation um Wartung und Pflege dieses Wunderwerkes.
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St. Jacobi und St. Petri zu Stendal

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Blick auf die Jacobikirche
Auch bei den beiden Pfarrkirchen St. Jacobi und St. Petri gab es romanische Vorgängerbauten. Vom romanischen Bau der Jacobikirche ließ man den Unterbau und den Westturm aus Granitsteinen stehen und ergänzte die oberen Bauabschnitte durch den typischen Backstein. In der dreischiffigen Hallenkirche St. Jacobi sind im Chorbereich Glasmalereifenster erhalten geblieben, die zum Teil älter als die im Dom sind. Sehenswert ist auch die übrige Inenausstattung (Chorschranke, Triumphkreuzgruppe, Kanzel). Die Kirche ist in allen Teilen alt erhalten, nur der Westturm wurde im Jahr 1902 neu errichtet.

St. Jacobi zu Stendal
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"St. Petri ist in Stendal die älteste noch stehende Kirche, die im ausgehenden 13. Jahrhundert erbaut wurde. Um 1288 wird vom Neubau der Kirche berichtet ... Im Außenbau fällt auch auch hier ähnlich wie an der Jacobikirche die Verwendung des Feldsteinmaterials bis zur Dreiviertelhöhe des Baues ... auf. ... Die vollständige Verwendung des aus romanischer Zeit vorhandenen Steinmaterials, nach dessen Verbrauch der erst in Backstein weiter geführt ist, beweist, welche Kostbarkeit die gebrannten Ziegel zu dieser Zeit noch in Stendal darstellten, während die Findlinge auf dem flachen Land der Umgebung in großen Mengen vorhanden waren. So erklären sich auch die Feldsteinfundamente und Sockel, die man selbst an den Prunkbauten der Spätgotik, St. Marien und St. Nikolaus, antrifft." (1)

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Petrikirche Stendal

Eine Besonderheit der Petrikirche ist, dass der Turm zwischen 1470/90 direkt in das Kirchenschiff eingebaut wurde. Eine der zwei mittelalterlichen Glocken von St. Petri wurde ebenfalls 1490 vom berühmten Glockengießer Gerdt van Wou gegossen. St. Petri ist die Taufkirche von Johann Joachim Winckelmann, dem Begründer der klassischen Archäologie und Kunstgeschichte. (2)

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Quellen:
(1)  Hannelore Sachs, Stendal, Seemann Verlag, Leipzig 1967
(2)  Broschüre Backsteingotik in Stendal, Hrsg. Förderverein Dom St. Nikolaus e. V. Förderverein Glocken St. Marien Stendal e. V.

Stadtbefestigung

Die schnell wachsende Bedeutung der Stadt und ihr Reichtum im Mittelalter führte zu einer Umwallung, zu steinernen Stadtmauern, Türmen und Stadttoren, von denen das Tangermünder Tor und das Üngelinger Tor und der Pulverturm noch vorhanden sind. Das bereits 1235 urkundlich erwähnte Arneburger Tor blieb dagegen nicht erhalten.

Der Tangermünder Torturm

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Tangermünder Tor,
Feldseite
Der Feldsteinunterbau des Tangermünder Tores zeigt eine rundbogige, romanische Durchfahrtsöffnung und wird wohl bereits ebenfalls 1235 gestanden haben. Es ist damit eines der ältesten Tore im norddeutschen Raum.
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Denkt man sich den späteren Backsteinaufbau weg, bekommt man eine gute Vorstellung von der ursprünglichen Stadtbefestigung, die allein fortifikatorischen und noch nicht repräsentativen Zwecken diente. Um 1440 erfolgte der Umbau und die Aufstockung mit spätgotischen Backsteinzierformen.
Hannelore Sachs beschreibt den Bau: "Die rundbogige Durchfahrt wurde unverändert beibehalten. An der Stadtseite trug man etwa 1/3 des alten Mauerwerks ab, als man mit Ziegeln aufstockte und an dieser Seite eine spitzbogige Nische frei ließ. Der quadratische Backsteinaufbau endet in einer zinnenumgebenen Plattform, an den Ecken durch vorspringende Rundtürmchen bereichert. Innerhalb des Plateaus erhebt sich ein kleiner runder Turmaufsatz, wieder mit Zinnen umkränzt. Darüber wird man sich ursprünglich noch einen spitzen steinernen Helm zu denken haben. Beide Zinnenkränze zeigen ähnlich wie am Chor der Marienkirche einen von Putzflächen sich abhebenden Schmuck aus Formsteinen. Das Streben nach Prunk beweisen auch die an allen Seiten in das Mauerwerk eingelassenen Wappen- und Segmentbogenblenden." (1)

Tangermünder Torturm inStendal
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Das Uenglinger Tor

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Uenglinger Tor, Feldseite
Das Uenglinger Tor gehört auf Grund seines überaus reichen Bauschmucks zu den schönsten Stadttoren der Backsteinarchitektur. Bis auf geringe Reste wurde hier das ursprüngliche Feldsteinmauerwerk des Vorgängerbaus durch die dekorativen Ziegel ersetzt. "Glasurziegel schmücken in spiralförmigen Bändenr die runden Ecktürmchendes ersten Geschosses über der spitzbogigen Durchfahrt. ... Ein Fries aus T-förmigen Sandsteinblenden leitet über zu dem reicheren zweiten Geschoss, das schon in vielfältigen Öffnungen und Blendnischen aufgelöst ist, jedoch noch übertroffen wird von dem darüber liegenden Zinnengeschoss. Die hohe Schutzwand ist ebenso wie die Ecktürme ganz mit vielteiligprofiliertem vertikalen Stabwerk übersponnen. Um es überhaupt noch zu Wehrzwecken benutzen zu können, musste man rechteckige Öffnungen in Brusthöhe einschneiden." (1)
Auf der Informationstafel am Tor kann man außerdem noch lesen: 1450/69 erbaut, Baumeister vermutlich Steffen Boxthude, Gesamthöhe 27,5 Meter

Uenglinger Tor zu Stendal
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Quellen:
(1)  Hannelore Sachs, Stendal, Seemann Verlag, Leipzig 1967

 

Und den kompletten Rundblick gibt es  --> hier.

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nach Tangermünde