Türme in Tangermünde

    - da, wo der Tanger *) in die Elbe mündet

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Rathaus in Tangermünde
In der hübschen Stadt Tangermünde gibt es eine Menge zu sehen: Das Rathaus gehört zu den Kleinodien der Backsteinarchitektur, die Stadtmauer an der Elbseite kündet von einstiger Wehrhaftigkeit und die gewaltige Kirche St. Stephan grüßt weit in das Land hinein.
Tangermünde war einst nicht nur eine wichtige Hansestadt - der Ort lag günstig am Fluss und an den alten Handelsstraßen - sondern auch Nebenresidenz des Kaisers Karl IV., der die Burg Tangermünde dafür ausbauen ließ. Noch heute künden die Türme der Burg und Stadt von einstiger Größe.

*) ja richtig gelesen: der Tanger ...

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  Neustädter Torturm

Wehrtürme und Tortürme

Im 14. Jahrhundert erbauten die Tangermünder eine Stadtmauer mit Türmen und ursprünglich drei Toren. Die später verstärkte Stadtmauer ist heute noch in großen Teilen erhalten.

Das Neustädter Tor in Tangermünde

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  Stadtseite
Diese Anlage mit Zwinger und zwei Türmen gehört mit zu den schönsten Backsteintoren in Deutschland. Der runde Turm mit Zinnenkranz stammt ebenso wie der Mittelbau aus der Zeit um 1450, der rechteckige Turm aus der Zeit um 1300 ist deutlich älter.

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  Zwinger
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  Feldseite
Über der Durchfahrt befinden sich 5 gemalte Adlerwappen: In der Mitte sieht man den Tangermünder Adler, links davon den Reichsadler mit Hohenzollernschild (Deutsches Reich von 1871) und links außen den preußischen Adler, rechts den Adler des Heiligen Römischen Reiches und rechts außen den roten brandenburgischen Adler.
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Der Tangermünder Wappenadler trägt in den Flügelspitzen eine Rose als Kleinod. Die Wappen symbolisieren die enge Verbundenheit der Geschichte von Stadt, Land und Reich.

Bei Wikipedia kann man interessante Details zu Wappenadlern erfahren: So über z. B. mehr über "Kleinode", wie die "Kleestängel" bei brandenburgischen Wappenadlern, oder was es mit den Reichsadlern auf sich hat.

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  Nikolaikirche
Vor der Innenseite des Neustädter Tores steht die Nikolaikirche, ein romanischer Bau, dessen Turm in die Wehranlage einbezogen war. Die Kirche dient schon seit dem 16.Jahrhundert profanen Zwecken, eine Zeitlang wurde das Kirchenschiff für Wohnungen genutzt, jetzt befindet sich eine Gaststätte darin.
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  Schrotturm


Nicht weit davon entfernt steht auf der landseitigen Stadtmauer der Schrotturm. Der ehemalige Wehrturm erhielt seinen Namen von den Schrotkugeln, die hier bis gegen Mitte des 19. Jahrhundert gegossen wurden. Dafür wurde der alte Turm auf 47 Meter erhöht, im Schrotkugelgießprozess nahmen die Bleikugeln beim freien Fall aus dieser Höhe nahezu Kugelform an.

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Elbseitige Stadtmauer und Elbtor in Tangermünde

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  Putinne
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  Steigberg
Einen malerischen Anblick bietet die elbseitige Front der Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen. Hier befinden sich die beiden Putinnen, Wehrtürme, die den einfachen Zugang zum Fluss für Fußgänger schützten bzw. auch als Gewahrsam dienten. Die nahen Elbwiesen bieten für viele geschützte Tiere einen idealen Lebensraum. Und Störche scheinen sich ja auf den Türmen und Mauerkronen der Stadt besonders wohl zu fühlen.
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  Elbtor
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  Steigberg

Eine weitere von der Flusseite in die Stadt hinaufführende Treppe wird seit altersher "Steigberg" genannt. Auch diese wird durch einen Wehrturm geschützt.

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Elbtor und St. Stephan

Lange Zeit bildete das im 15. Jahrhundert errichtete malerische Elbtor mit der Roßfurt den einzigen Zugang mit Durchfahrt von der Elbseite her. Die hohe Blendnische des Elbtores diente zur Aufnahme des Fallgatters. Nach Durchfahren des Elbtores führt der Hohlweg der Roßfurt hinauf in die Stadt. Stadtmauer und Elbtor werden überragt von den gewaltigen Baumassen der Stephanskirche.

Der Hünerdorfer Torturm oder Eulenturm

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  Eulenturm
Das Hünerdorfer Tor bildet das Pendant zum Neustädter Tor, beide Tore begrenzten einst die  Nord-Süd-Ausdehnung der Stadt. Auch das Hünerdorfer Tor war eine Doppeltoranlage mit Zwinger, das Vortor wurde jedoch 1871 aus verkehrstechnischen Gründen abgerissen. Der Wehrturm des Haupttores (24 Meter Höhe) blieb erhalten, der Unterbau stammt aus der Zeit um 1300, der achteckige obere Teil wurde 1460/70 errichtet.

Die Kirche St. Stephan in Tangermünde

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  St. Stephan
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  Nordturm St. Stephan
Der Turm der Stephanskirche war mit seinen 87,4 Metern lange Zeit der höchste Turm der Altmark, bis er 1955/59 vom Fernsehturm Dequede (184,5 Meter) abgelöst wurde. 1184/88 begann der Bau der Kirche in romanischen Formen, ab 1376 wurde die romanische Basilika zu einer sechsjochigen gotischen Hallenkirche mit Umgangschor umgebaut. Um 1400 war das Langhaus fertig, um 1500 stellte man den weiteren Bau jedoch ein, der Südturm der gewaltigen Doppelturmfassade wurde nie vollendet. Wirtschaftliche und politische Blüte spiegeln sich in dem Bau ebenso wider wie der Niedergang der einstigen Hansestadt. Im 15. Jahrhundert verlor nicht nur die Hanse an Bedeutung, auch die mit der Mark Brandenburg belehnten Hohenzollern verlegten 1488 endgültig ihre Residenz von Tangermünde nach Berlin-Cölln. Tangermünde wurden die einst vom Kaiser verliehenen Privilegien entzogen. Es hätte also auch alles anders kommen können, dann wäre das Bundeskanzleramt heute vielleicht in Tangermünde ...?

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  Turm von St. Stephan
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  St. Stephan im Stadtbild
Die mittelalterliche Ausstattung der Kirche ist bei dem großen Stadtbrand von 1617 weitgehend zerstört worden (-> Grete Minde), doch einige sehr bemerkenswerte Stücke sind erhalten. Neben den künstlerisch wertvollen Objekten wie der prachtvollen Renaissancekanzel findet man im Chorumgang ausgestellt das interessante Uhrwerk der Turmuhr aus dem Jahr 1902, hergestellt von der Fa. Weule. Details zum Uhrwerk: -->hier weiterlesen.

Die Burg Tangermünde

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Burg Tangermünde
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Gefängnisturm
Die weiträumige Anlage erstreckt sich auf einer etwa 6 bis 8 Meter über dem allgemeinen Niveau liegenden hochwassergeschützten Anhöhe und ist im Jahr 1009 erstmals urkundlich bezeugt. Sie gehörte mit zu dem System der die Reichsgrenze schützenden Burgen entlang der Elbe-Saale-Linie. In ihrem Schutze entstand im Mittelalter die Stadt Tangermünde. Kaiser Karl der IV. hatte im 14. Jahrhundert hochfliegende Pläne, er ließ die Burg erweitern und als Residenz prächtig ausbauen. Doch seine Nachfolger setzten diese Visionen nicht fort. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg schließlich zerstört und niedergebrannt. Die noch vorhandenen Gebäude dienten dann in wechselnder Folge der Verwaltung. Doch Kanzleigebäude, "Gefängnis"turm und Kapitelturm künden noch von einstiger Bedeutung.

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Kapitelturm
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Der Kapitelturm kann im Rahmen einer Führung bestiegen werden. Von oben bietet sich eine phantastische Aussicht über Burg und Stadt und die Elbniederungen.


Lesen Sie mehr Details zum --> Uhrwerk der Stephanskirche
   oder
Genießen Sie hier den  --> Panoramarundblick vom Kapitelturm
   oder
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zu Kirchtürmen der Altmark