Skulpturen, Plastiken, Denkmäler und anderes in Goslar


Ritter Ramm

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Adam und Eva in Goslar
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Kaiser Otto I. und Ritter Ramm
Womit fängt man an bei einer so geschichtsträchtigen Stadt wie Goslar? Vielleicht mit Adam und Eva? Die befinden sich am Haus Kaiserworth am Marktplatz. Oder doch lieber mit der Sage von Kaiser Otto I. und vom Ritter Ramm, die als Goslars Gründungslegende gilt? Den Kaiser und seinen Ritter kann man beim täglichen Figurenlaufen ebenfalls auf dem Marktplatz sehen. Also, die Geschichte geht so:
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"Ritter Ramm" (Ausschnitt)
"... Der Ritter Ramm, ein Gefolgsmann Ottos, jagte zu Pferde im Harzwald. Weil das Gelände immer steiler und unwegsamer wurde, band er sein Pferd an einen Baum und verfolgte das Wild zu Fuß. Als er Stunden später wieder zu seinem Ross kam, hatte dieses ungeduldig mit den Hufen gescharrt und eine Erzader freigelegt. Eine Probe des Erzes brachte Ramm seinem Herrn, Kaiser Otto. Die von ihm beauftragten Bergleute fanden an der von Ramm beschriebenen Stelle ein Erzlager von ungeheurer Größe. Aus Dankbarkeit gegenüber seinem Ritter ließ Otto den Berg "Rammelsberg" nennen, die im Tal entstehende Stadt bekam nach des Ritters Frau Gosa den Namen Goslar und das Flüsschen, das die Stadt mit Wasser versorgte, den Namen Gose."
Bild "Goslar01_08.jpg"(Textquelle: Tafel zum Kunstwerk "Ritter Ramm" von Yaser Alomarl, 2019)

Der syrische Künstler Yaser Alomarl hat die Sage 2019 mit vielen Details in Szene gesetzt. Sogar der Kaiserthron aus Bronze ist dabei. Sein Werk kann man am Anfang der Straße zum Rammelsberg bewundern.
Ritter Ramm
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Hommage au Rammelsberg

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Rammelsberg
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Tausend Jahre (und noch länger) wurde am Rammelsberg Erz gefördert. Im Stadtgebiet von Goslar werden deshalb zehn Standorte - gebaute Orte - durch Erzbrocken markiert, so dass die "innige Beziehung zwischen dem Rammelsberg und der Stadt Goslar unmittelbar erlebbar ist." Diese Hommage au Rammelsberg stammt von Christoph Wilmsen-Wiegmann, 2000, und ist eine Schenkung des Vereins zur Förderung moderner Kunst an das Weltkulturerbe Rammelsberg.

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"Goslar hat ein breites Spektrum an Kunstwerken zu bieten" - so kann man es im Flyer bei Goslar Information lesen und so kann man es auch erfahren. Kommen Sie doch mit auf einen Spaziergang durch die Altstadt! *)
*) Die hier vorgestellten Kunstwerke sind zufällig, Vollständigkeit ist nicht beabsichtigt.

Spaziergang mit Kunst in Goslar

Ballspieler

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"Ballspieler"
Wir starten unseren Spaziergang am Vititorwall. Wohl nur von wenigen bemerkt steht der "Ballspieler" in der kleinen Grünanlage neben der Straße. Die Bronzefigur des schmalen Jungen, der gerade den ihm zugespielten Ball fangen wird, wurde 1961 von Walter Volland (1898-1980) geschaffen. Ob der Junge manchmal abgeküsst wird?

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Im Neuwerkgarten

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Neuwerkkirche
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Detail außen am Chor
Von hier sind es nur wenige Schritte bis zur Neuwerkkirche. Die ehemalige Klosterkirche ist ein Kleinod der romanischen Baukunst, sie hat ihr Aussehen über die Jahrhunderte nahezu unverändert bewahrt. Außen und innen finden sich seltsame architektonische Details. Und in der kleinen Parkanlage/im Neuwerkgarten entdecken wir die modernen Arbeiten von Max Bill - "Tor in Goslar" (1984), Christoph Wilmsen-Wiegmann - "Focus" (1998), und Eike Geertz - "Starke Frau" 2008).

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Botero: Mann mit Stock und Frau mit Schirm


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Botero: Mann & Frau
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Ach, wie sind doch diese beiden Figuren herrlich dick und rund! Alle Figuren des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero sind dick und trotzdem schön im ästhetischen Sinn, denn sie haben Würde, Ausstrahlung, Humor und sind vor allem menschlich. Unerschütterlich stehen der Mann mit Stock und die Frau mit Schirm am Anfang der belebten Fußgängerpassage - diese beiden mal ohne sich mit ihnen fotografierende Touristen abzupassen gelingt nicht oft...

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Wir lassen das Paar in Richtung Markt hinter uns und kommen in der Rosentorstraße an zwei kleinen Vögeln vorbei. Achtung, man übersieht sie leicht. Christel Ehrmann gab ihrem Werk den Titel "Zuneigung".

"...und man sieht nur die im Lichte..."

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Jakobikirche Goslar
Auf dem Jakobikirchhof stolpert man über eine ausgemergelte Gestalt, die auf dem Boden hockt. Sie findet bei den hier stattfindenen Wochenmärkten kaum Beachtung. Walter Kaune gab seiner Bronzeskulptur aus dem Jahr 1992 einen Titel, mit dem er Brecht zitiert: "Denn die einen sind im Dunkeln / Und die andern sind im Licht. / Und man sieht nur die im Lichte / Die im Dunkeln sieht man nicht." (Bertolt Brecht, Die Dreigroschenoper)
Und natürlich steht vor der Jakobikirche auch wieder ein Erzbrocken.

"...und man sieht nur die im Lichte..."
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Mehr im Licht steht die Figur des Hl. Jakobus in einer Nische oben an der Wand des Kirchenschiffs. Peter Nedwal (1953-2019) schuf die Bronzefigur des Jakobus in typischer Pilgertracht im Jahr 1987.


Am Marktplatz...

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"Kaiserworth"
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Marktplatz
Marktplätze waren das Zentrum der mittelalterlichen Städte, hier standen/stehen die wichtigsten Bauwerke der städtischen Gemeinschaft - Rathaus, Marktkirche, Brunnen, Gilde- und Zunfthäuser - hier fand das öffentliche Leben statt. Der Marktplatz in Goslar hat sich ein besonderes Flair bewahrt. Vom Reichtum der Stadt und von der Lust am Gestalten zeugen die den Markt umgebenden Gebäude. Der prächtige Kaiserworth - das ehemalige "Worthgildehaus" - ist reich verziert und kündet mit den Statuen der Kaiser an seiner Fassade bis heute von Kaiserverehrung und einstiger Reichsfreiheit.

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Da stehen die alten Kaiser... (Die barocken Figuren sind Dekoration und nicht historisch zuordenbar.)

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Doch es gibt noch mehr zu entdecken als nur alte Kaiser: So befinden sich zum Beispiel an der linken Ecke die Statuen des Herkules und der Abundantia (Überfluss), unter der letzteren sorgt das "Dukatenmännchen" für Erheiterung. Schauen Sie genau hin!
Dukatenmännchen (an der Konsole)-->

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Figuren am "Kaiserworth"

... und in seiner Umgebung

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Schuhhof
Mit ein wenig Phantasie kann man sich in Goslar in vergangene Zeiten zurück versetzen. Rund um den Marktplatz und angrenzend stehen die bekannten Patrizierhäuser: das "Brusttuch", das Bäckergildehaus, die Häuser am Schuhhof - das Auge kann sich kaum satt sehen an den Ensembles, den Figuren und den anderen detailreichen Schnitzereien. Eine der bekanntesten Gestalten ist die "Butterhanne", deren spezielle Art zu buttern das Geheimnis eines guten Harzer Käses sein soll... ;-)

Details in Goslar
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Mittelalterlich ist auch das Ambiente im ehemaligen Hospital "Großes Heiliges Kreuz". Hier kann man Kunsthandwerk in Augenschein nehmen oder sich in speziell gestalteten Stühlen ausruhen. So gestärkt betrachten wir jetzt im Hof des ehemaligen Hospitals die Bronzeplastik "Jongleur" von Otmar Alt aus dem Jahr 1992.
    

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Otmar Alt: Jongleur, 1992

Auf dem Gelände der Kaiserpfalz

Die Domvorhalle

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"Domvorhalle"
Domvorhalle? Und wo ist der Dom? Tja, der ist weg, abgerissen, die Steine verkauft, schon im 19. Jahrhundert. Dom ist eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, denn es handelte sich um die zur kaiserlichen Pfalz gehörende Stiftskirche St. Simon und Judas, eine dreischiffige romanische Basilika aus dem 11. Jahrhundert. Die Domvorhalle entging dem Abriss, da hier einige unverkäufliche Stücke zwischengelagert wurden. Was für ein Glück! Vermutlich würde man in Goslar heute viel dafür geben, wenn die Stiftskirche erhalten geblieben wäre. Die Figuren oberhalb des Eingangs der Vorhalle stellen unten die Kirchenpatrone Simon, Judas und Mathias dar, ganz außen stehen die Kaiser Heinrich III. und wahrscheinlich Friedrich I. Im oberen Feld befindet sich Maria mit dem Jesuskind, flankiert von zwei (gemalten) Engeln.

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Kunsthistorisch sehr bedeutsam ist die sogenannte "Hartmannussäule", benannt nach der Inschrift ihres Schöpfers, deren Kapitell bis heute zu wissenschaftlichen Abhandlungen herausfordert.
Rechts neben der Domvorhalle liegen die Köpfe der Stiftsheiligen Simon und Judas als ob sie sich schlafen gelegt hätten. Die beiden Skulpturen aus dem Jahr 2013 stammen von Iskender Yediler.

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Rotbart und Weißbart - zwei Kaiser auf hohem Ross vor der Pfalz


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Das Hauptgebäude der Kaiserpfalz in Goslar war der größte Profanbau des frühen Mittelalters. Die Pfalz erlangte unter den Kaisern Heinrich III. und Friedrich I. (Barbarossa - "Rotbart") eine herausragende Bedeutung. Hier fanden Reichstage und wichtige Versammlungen statt. Später verfielen die Gebäude, erst 1871 nach Gründung des Deutschen Reiches unter Wilhelm I. (der "Weißbart") wurde die alte Pfalz als nationales Denkmal erkannt und restauriert. Und so stehen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Kaiser Wilhelm I. mit ihren Pferden auf hohem Denkmalsockel vor dem Pfalzgebäude...

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Kaiser Friedrich I. Barbarossa

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Und was machen die Braunschweiger Löwen vor der Pfalz? Der Sachsenherzog Heinrich (der Löwe) hatte einen Löwen vor seiner Burg Dankwarderode in Braunschweig aufstellen lassen und damit seine Machtansprüche verdeutlicht. Er war lange im Streit mit Kaiser Barbarossa, der ihn am Ende entmachtete. Heute kann man die beiden Löwenkopien (aus dem Jahr 1904) als Versöhnungsgeste ansehen, schließlich überstand das Braunschweiger Original den 2. Weltkrieg geschützt in einem Stollen des Rammelsberges.

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Braunschweiger Löwe (Kopie), Kaiser Friedrich I. und Wilhelm I. - voll im Licht!

Die Löwen und die beiden Herrscher stehen voll im Licht. Unübersehbar. Doch hinter der Kaiserpfalz, sozusagen im Dunkeln und daher leicht übersehbar, befindet sich noch eine Figur:

Henry Moore: Der Goslarer Krieger

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Jedes Jahr wird im Oktober der Kaiserring, der Kunstpreis der Stadt Goslar vergeben.
Erster Preisträger war 1975 Henry Moore (1898-1986). Der berühmte Bildhauer wählte den Platz hinter der Kaiserpfalz, den Pfalzgarten, ganz bewusst als Standort für seinen Goslarer Krieger aus. Michael Kaiser schrieb zu dem Kunstwerk "... Alles ist nur noch Schmerz, Niederlage, Vernichtung. (...) Moore gelingt mit diesem Werk eine eindrucksvolle Verbindung zwischen antikem Zitat und zeitgenössischer Formensprache." /1/

Goslarer Krieger
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Und in der Zeitschrift Geo vom 6.10.2011 las man:
(Der Goslarer Krieger ist) "eine torsohafte Figur mit kahlem Schädel", ... (ein Mensch), "der im letzten Aufbäumen die Sinnlosigkeit seines Todes begreift und qualvoll stirbt. Moores ergreifende Anklage gegen den Krieg ist bewusst in der Achse hinter der Kaiserpfalz aufgestellt, vor der die Herrscher in repräsentativer Weise stehen - der gefallene, schutzlos sterbende Soldat ist dagegen anonym, steht für viele Opfer." /2/

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/1/ Michael Kaiser, Braunschweiger Zeitung, 5.7.2002, gefunden bei Wikipedia
/2/ Geo, 6.10.2011, gefunden bei Wikipedia
Weitere Quelle: Goslar | Art Walk - Ein Kunst-Spaziergang durch Goslar, Flyer Goslar marketing GmbH


Nachdenklich geworden beenden wir jetzt an dieser Stelle unseren kleinen Spaziergang mit Kunst durch die Altstadt von Goslar, wohl wissend, dass es noch viel mehr zu sehen gibt.

Im Alphabet der Städte geht es
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nach Neubrandenburg