Brunnen und Wasserspiele in Magdeburg:

In der Innenstadt von Magdeburg - Zentrum, Breiter Weg (Südabschnitt) und Domplatz

Der Springbrunnen auf dem Ulrichplatz

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Zentraler Platz um 1972
Es gab eine Zeit, da war diese Stelle eng bebaut: Um 1180, während der Amtszeit des Erzbischofs Wichmann in Magdeburg, wurde die alte Stadt westlich vom Breiten Weg hier umfangreich erweitert. Die Struktur der engen mittelalterlichen Gassen um die Ulrichskirche blieb auch nach der Katastrophe im Dreißigjährigen Krieg erhalten, in Magdeburg fehlte so lange Zeit eine durchgehende Ost-West-Straßenachse. Nach den flächenhaften Zerstörungen des zweiten Weltkrieges sollte eine neue großzügige Verbindung mit einem zentralen Platz und sozialistischen Großbauten entstehen. Wohl nirgendwo sonst wie in Magdeburg ist für die Problematik eines Zentralen Platzes so viel geplant und wieder verworfen worden: "Es blieb bei einer uneinheitlichen und unvollständigen Randbebauung, die Repräsentationsgebäude wurden nicht realisiert. Durch den großen und - bis auf die Grünanlage mit Springbrunnen - im Innern leeren Platz blies im Winter der kalte Ostwind von der Elbe bis zum Hauptbahnhof ungebremst hindurch." (1)
Seit 1990 wurde im Stadtzentrum viel gebaut - genutzte und vertane Chancen. Ob es ein Zentrum geworden ist? Urteilen Sie bei einem Besuch doch selbst ...

Springbrunnen am Ulrichplatz
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(1) Helmut Asmus, 1200 Jahre Magdeburg, Bd. 4: Die Jahre 1945-2005, Scriptum 2009
S. 256 ff.: Beginn des Neuaufbaus - Problematik des Zentralen Platzes, unbedingter Lesetipp!

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Brunnen in der Goldschmiedebrücke

In der mittelalterlichen Stadt Magdeburg gab es die sogenannten "Brücken"straßen (Schusterbrücke, Krämerbrücke, Goldschmiedebrücke, ...), die einerseits mit ihren Namen auf die hier ansässigen Bewohner hinwiesen, andererseits mit großen Steinplatten (Brücken) belegt waren. Nach der Zerstörung der Stadt im zweiten Weltkrieg und dem sozialistischen Wiederaufbau blieb von der alten Straßenstruktur (fast) nichts erhalten, lediglich die Straßennamen erinnern noch daran. So hat auch die heutige Fußgängerzone Goldschmiedebrücke mit der ursprünglichen Straße (die anders verlief) nur noch den Namen gemein. An ihrem Ende zum Elbufer hin steht immerhin ein interessanter Brunnen, dieser wird von den Magdeburgern als "Schneckenbrunnen" bezeichnet.

Schneckenbrunnen
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Der Faunenbrunnen in der Leiterstraße

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Auf einem runden Backsteinunterbau steht in der Leiterstraße ein überdimensionaler bronzener Kessel an dem und um den sich allerlei Figuren tummeln. Zwei Frauen scheinen gerade vom Baden zu kommen, eine andere sitzt gedankenverloren auf einem Hocker, zwei Jungen rangeln miteinander, ein Hund pinkelt unten an den Kessel... Und auf dem Kesselrand herrscht tolles Treiben: Skurrile Wesen, Faune und Sirenen (von vielen eben auch als Teufelchen angesehen), treiben hier ihr Unwesen - ein Mann stürzt gar mit heruntergelassenen Hosen kopfüber in den Kessel. In der Mitte des Kessels befindet sich eine schlanke Säule um die sich eine Schlange windet. Oben auf der Säule sitzen zwei turtelnde Tauben - es gibt viel zu entdecken und zu rätseln an diesem lustigen Brunnen mit seinem tubulenten Treiben und erotischen Anspielungen.
Die Arbeiten am Faunenbrunnen, der von den Magdeburgern gern auch als Teufelsbrunnen bezeichnet wird, begann der Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel bereits 1976, der fertige Brunnen wurde dann 1986 auf der neugestalteten Leiterstraße eingeweiht.

Faunenbrunnen
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Figuren auf dem Sockel des Faunenbrunnens
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Details vom Faunenbrunnen
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Immermannbrunnen

Carl Leberecht Immermann wurde am 24.April 1796 in Magdeburg geboren. Als Schriftsteller und Dramatiker erwarb er sich besondere Verdienste um die deutsche Literatur und Theaterkultur. Der 1899 von Karl Echtermann geschaffene Immermannbrunnen soll daran erinnern: Er zeigt neben der Büste Immermanns zwei Theatermasken und einen Fischkopf, aus dem Wasser in das Brunnenbecken fließt, sowie in den Reliefs Szenen aus dem Roman "Münchhausen", dessen erster Teil häufig abgetrennt und unter dem Titel "Der Oberhof" bekannt wurde.

Immermannbrunnen
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Der Immermannbrunnen stand ursprünglich vor dem Stadttheater (in der Nähe des Hauptbahnhofes), er ist nach der Zerstörung der Magdeburger Innenstadt im zweiten Weltkrieg zunächst an das Elbufer und danach an die jetzige Stelle unweit des Breiten Weges versetzt und nach umfassender Rekonstruktion zum 200. Geburtstag Immermanns 1996 wiedereingeweiht worden. In Magdeburg kümmert sich die Immermann-Gesellschaft (www.immermann.de) um Werke und Andenken Immermanns. Immermann starb 1840 in Düsseldorf.

Reliefs am Immermannbrunnen
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Ein interessantes Detail ist, dass Immermann 1827 in die nach den antinapoleonischen Kriegen neuerworbenen Rheinprovinzen und (wie man damals sagte) wiedervereinigten Gebiete Preußens entsendet wurde, um "als in Preußen geschulter Jurist und Beamter zusammen mit anderen Altpreußen ordentliches Recht aus dem Osten und rechte Ordnung im Westen durchzusetzen..."
(zitiert nach Ernst Herbst: Immermann aus und in Magdeburg. 1999, http://ernstherbst.online.de/cli/publ/1998_cli_md.pdf, gesehen am 02.11.2010).
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Brunnen im Hundertwasserhaus

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Hundertwasserhaus
"Die Grüne Zitadelle" am Breiten Weg in Magdeburg wurde im Jahr 2005 fertiggestellt. Es ist das letzte große Bauwerk, an dem der Architekt und Künstler Friedensreich Hundertwasser (1928-2000) zu seinen Lebzeiten mitgearbeitet hat. Das bunte Hundertwasserhaus steht in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem romanischen Kloster Unser Lieben Frauen und zum gotischen Dom. Zusammen mit den historischen, historistischen und modernen Architekturstilen auf dem Breiten Weg entsteht so ein eindrucksvolles Bilderbuch von Stilrichtungen, das in dieser Vielfalt wohl einzigartig sein dürfte. Zu der Entscheidung, das Gebäude an dieser Stelle zu errichten, kann man die dafür Verantwortlichen nur beglückwünschen.
In dem größeren der beiden Innenhöfe steht ein kleiner Brunnen, der (nicht nur) Kinder magisch anzieht...

Grüne Zitadelle - Brunnen im Innenhof
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Brunnen im Vogteigarten

Hinter dem erzbischöflichen Palast an der Ostseite des Domplatzes lagen zur Elbe hin Gartenflächen, die für die Versorgung der erzbischöflichen Küche bestimmt waren. Als im Mittelalter in diesem Abschnitt die Stadtmauer mit sechs Wehrtürmen errichtet wurde, gab es Streit mit dem Erzbischof bzw. seinem Vogt - konnte man doch von den Türmen in den Garten und in die Küche sehen. "Kiek in die Köken" - so heißt bis heute der eine noch verbliebene Wehrturm. In der stimmungsvollen Atmosphäre des Vogteigartens finden heute kulturelle Veranstaltungen statt. Eine kleine Brunnenfontäne ziert den Garten.

Im Vogteigarten
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Brunnen vor der Kirche St. Sebastian (Sebastianbrunnen)

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Vor St. Sebastian, um 1972
Bereits in den 1970er Jahren schmückte ein Brunnen den kleinen Vorplatz vor der Sebastiankirche am Breiten Weg neben der (ehemaligen) Hauptpost. In Sichtweite des Hundertwasserhauses präsentiert sich der Platz heute mit einem neugestalteten Basaltsäulenbrunnen. Es ist erfreulich, dass durch die Patenschaften für die Magdeburger Brunnen der Oberbürgermeister bisher jedes Jahr die Brunnensaison neu eröffnen konnte. Dafür sei den Sponsoren herzlich gedankt!

Brunnen vor der Sebastiankirche
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Wasserspiele auf dem Domplatz in Magdeburg

"Dieser große, viereckige, durch den ... so ehrwürdigen Dom gezierte Platz ist eine der schönsten Promenaden Deutschlands. Von Lust Wandelnden wird er fleißig besucht ..." (Fr. W. Lehmann, Kurze Topographie der Stadt Magdeburg, Magdeburg 1829, 2. Aufl., S. 78)

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Der Domplatz gehört mit zu den ältesten Siedlungskernen in Magdeburg, wie die Bodenfunde und Besiedlungsspuren zeigen. Die archäologischen Untersuchungen förderten karolingische Spitzgräben und die Fundamentreste von mittelalterlichen Großbauten zu Tage. Seit Frühjahr 2013 ist das weiträumige Areal um eine Attraktion reicher - die Neugestaltung des Platzes wurde mit der Inbetriebnahme eines großflächigen Bodenwasserspieles gekrönt.
Es ist ein Wasser"spiel" im Wortsinn: Bei schönem Wetter versuchen (nicht nur) Kinder durch die sich schnell verändernden Räume zu laufen ohne nass zu werden, während ihre Mütter sich mühen, mit der knipsbereiten Kamera das besondere Foto zu erhaschen. Mit den wechselnden Höhen der parabelförmigen Wasserstrahlen und ihrer Anordnung in weitem Bogen erinnern die Fontänen sowohl an gotische Gewölbebögen als auch an die im Boden verborgenen Befestigungsgräben. Und am Abend ergeben die beleuchteten Wasserbögen ein stimmungsvolles Bild, zusätzliche Bänke laden zum Verweilen ein.

Wasserspiele auf dem Domplatz
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Die Idee, den großen Platz durch sich verändernde Bilder dynamisch zu beleben, ist schlüssig: Die kraftvollen Fontänen korrespondieren wunderbar mit der gotischen Architektur des Domes. Und für Veranstaltungen kann das Wasser einfach abgestellt werden, keine Wasserbecken behindern dann den Aufbau von Bühnenbrettern und Sitzreihen bei den sommerlichen DomplatzOpenAir-Aufführungen.
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zu den äußeren Stadtteilen