Brunnen und Wasserspiele in Cottbus


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Mit ihren rund 100.000 Einwohnern ist Cottbus die zweitgrößte Stadt im Land Brandenburg. Cottbus hat ein interessantes Tier im Stadtwappen, denn Mauer, Tor und Tüme findet man zwar oft bei Stadtwappen, ein Krebs darin ist aber ziemlich selten. Aber das war offenbar noch nicht genug und so erfanden die Cottbuser Marketing Experten mit den um 90 Grad gedrehten Buchstaben CB schnell noch ein Stadtlogo, das entfernt an einen Brunnen erinnert... Und Brunnen und Wasserspiele gibt es einige in Cottbus. Starten wir also unseren kleinen Brunnenrundgang auf Cottbus' schönstem Platz, dem Altmarkt:

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Der Marktbrunnen in Cottbus


Einst wurde auf dem Altmarkt gefeilscht und gehandelt, hier befand sich auch das Alte Rathaus. Heute lassen es sich an dieser Stelle die Einwohner und die Gäste gut gehen, das Eis schmeckt nämlich vorzüglich. Auf so einen Platz gehört natürlich ein Marktbrunnen, der in Cottbus  auch Stadtgeschichtsbrunnen heißt, da sich auf den Seitenflächen des Brunnenkastens Szenen zur Stadtgeschichte befinden.

Es beginnt ...

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Bild "Cottbus1_05.jpg"... um 1300: Fredehelm und Adelheid von Cottbus, Bau des Franziskanerklosters (1)
1522: Reformator Johannes Briesmann in Cottbus (2)
1631: Oberst Götze erobert Cottbus (3)
1813: Turnvater Jahn mit Lützower Jägern in Cottbus (4)
1848: Lübbener Jäger unterdrücken Aufruhr (5)
1866 Erste Eisenbahn Berlin - Cottbus (6)
2. H. 19. Jhd.: Industrialisierung in Cottbus (7)
Anf. 20. Jhd.: Aufblühen der Stadt (8)

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Acht Reliefs am stadtgeschichtlichen Marktbrunnen

Die Reliefs am Marktbrunnen zur Cottbuser Stadtgeschichte schuf der Bildhauer Johannes Peschel.

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Auf der Brunnenstele begegnen uns drei typische Figuren: da ist die Marktfrau mit ihrem Korb, dann der Fischer mit seinem Fang und als drittes die Baumkuchenfrau. Bildhauer Egmar Ponndorf, von dem die Figuren stammen, setzte mit der Baumkuchenfrau der legendären Cottbuser Baumkuchenbäckerin Marie Groch (1802-1862) ein schönes Denkmal.
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Der Brunnen besteht aus Sandstein und wurde 1990/91 fertiggestellt. Wie man sieht, ist er nicht nur bei Kindern beliebt...


Wir gehen ein paar Schritte Richtung Schlosskirche und finden davor auf der Spremberger Straße den

Sorbenbrunnen

Jürgen von Woyski (1929-2000) schuf den markanten Brunnen in der Cottbuser Fußgängerzone 1977. Verschieden hohe Säulen tragen große Schalen, deren Keramikplatten ornamental mit pflanzlichen und anderen Mustern verziert sind. Auch zwei Friedenstauben sind darunter...

Der Sorbenbrunnen in Cottbus
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Neben diesem ansehnlichen Brunnen nehmen sich die niedrigen "Quellsteine" neben der Schlosskirche etwas kläglich aus:

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"Quellsteine" neben der Schlosskirche in Cottbus

Am Stadtbrunnen - da steht ein "Wassertor"

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Wenn ein Platz schon den Namen Am Stadtbrunnen trägt, sollte es hier wohl auch einen Brunnen geben. Tatsächlich befand sich seit 1969 hier auf dem Platz am Stadttor ein repräsentativer Brunnen mit zwölf Fontänen, der in seiner aufwändigen Gestaltung ein beliebter Treffpunkt war. Der Brunnen wurde auch Krebsbrunnen genannt, nach dem bekannten Tier des Stadtwappens. Nach der Wende verfiel die Anlage und wurde 2002 abgerissen. Seit 2004 gibt es aber Ersatz: Die Künstlerin Heidemarie Dreßel entwarf ein aus Stahlrohren bestehendes Geflecht mit dem bezeichnenden Namen "Wassertor". Und so kommen nun Stadt, Tor, Brunnen und Wasser wieder zusammen.

Wassertor in Cottbus
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Doch Vorsicht! Das Wasser sprudelt immer nur einen kurzen Moment. In den "trockenen" Pausen ist man vielleicht versucht hindurch zu laufen - das kann aber ganz schön schiefgehen...

Die Stadtpromenade in Richtung Süden führt uns vor dem Spremberger Turm auf den Rudolf-Breitscheid-Platz mit einem wahrhaften Zierbrunnen:

Der Enke-Brunnen und die Schwebende


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Der 1929 eingeweihte Brunnen hat seinen Namen nach dem Stifter, dem Cottbuser Verleger und Druckereibesitzer Otto Enke. Doch entworfen wurde der Brunnen von dem Berliner Architekten Eugen Schmohl (1880-1929), die Bronzefiguren schuf der Bildhauer Wilhelm Gerstel (1879-1963). Und es gibt noch so einen (identischen) Brunnen im Rosengarten in Bochum, wie vor ein paar Jahren in Cottbus bekannt wurde.

Enke-Brunnen in Cottbus, Details
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Die Plattform in der Brunnenschale trägt an den Ecken vier Köpfe, jeweils abwechselnd männliche und weibliche. Darüber halten vier kleine Delphine mit ihren Schwänzen eine Steinkugel, auf der eine anmutige Frauenfigur zu tanzen scheint. Wilhelm Gerstel bezeichnete damals seine Schöpfung als "Schwebende" - und in der Tat ignoriert sie komplett den vorbei brausenden Verkehr und scheint so über der Hektik des Alltags zu schweben. Davon sollten wir lernen...

Die Schwebende
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Der "Brunnen der Bewegung" oder "der Kugelbrunnen"

Ursprünglich befand sich der Brunnen der Bewegung - auch Kugelbrunnen genannt - auf der Stadtpromenade zwischen den Pavillons, doch bei der Umgestaltung musste er weichen und wurde zum Neustädter Tor, auf den Platz Schlosskirchstraße/Ecke Burgstraße umgesetzt. Den Brunnen schuf Manfred Vollmert 1977.

Brunnen der Bewegung / Kugelbrunnen
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Wir bleiben noch ein wenig in der Altstadt, denn vor der Stadtmauer am Gerichtsberg/Sandower Straße befindet sich in einem kleinen Rondell

Der Tuchmacher- oder Handwerkerbrunnen.

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Das Tuchmacherhandwerk hat in Cottbus (und in der Lausitz) eine bis ins Mittelalter reichende Tradition, später entwickelte sich die Stadt Cottbus zu einem führenden Zentrum der Textilindustrie. Vielleicht ist Ihnen der Begriff "Präsent 20" bekannt - das war ein Markenzeichen des VEB Textilkombinates Cottbus.

Details am Tuchmacherbrunnen
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Der Brunnen stammt aus dem Jahr 1937 und nimmt Bezug auf das Tuchmacherhandwerk. Der Bronzering an der Brunnensäule stellt die Tuchherstellung in mehreren Bildern dar: Schafe weiden, Wolle wird mit dem Spinnrad versponnen, Webstuhl und Maschinen sind zu sehen und schließlich werden die Tuche gehandelt.
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Auf dem Rand des Brunnenbeckens kann man lesen "Ein ehrsam Handwerk wird geehrt, das gute Tuche wirkt und schert."

Den Brunnen hat der Bildhauer Richard Kuöhl (1880-1961) gestaltet.

Wasserspiele vor der Stadthalle Cottbus


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Stadthalle Cottbus
In den Jahren 1965 bis 1980 wurde mit der Stadtpromenade Cottbus ein städtebaulich interessantes Beispiel für die Gestaltung eines sozialistischen Stadtraums geschaffen. "Das Ensemble aus Punkthochhäusern, Wohnscheibe, Stadthalle, Volksbuchhandlung, Konsument-Warenhaus und zahlreichen kleinen, als Disco, Bowlingbahn, Galerie und Café genutzten Pavillons war als modernes Pendant zum traditionellen Geschäftszentrum um die Spremberger Straße entstanden." (Tanja Scheffler) Heute ist davon nicht mehr viel zu sehen, die gestalterische Idee des "sozialistischen Stadtraums" wich einem "kapitalistischen Kauftempel"...

Cottbus ist bunt - Wasserspiele vor der Stadthalle
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Am nördlichen Ende des Bauensembles wurde 1975 die Stadthalle (Entwurf:  Eberhard Kühn) eingeweiht. Das Gebäude zeichnet sich durch klare Raumdispositionen und moderne Fassadengestaltungen aus. Vor der Stadthalle befinden sich zwei Brunnenbecken mit kleinen Fontänen.

Wasserspiele auf dem Schillerplatz

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Staatstheater mit Fontäne
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Staatstheater
Der Schillerplatz ist eine große (Grün-) Fläche westlich der Cottbuser Altstadt, in dessen Mitte - und daher von allen Seiten solitär wahrnehmbar - sich das Staatstheater befindet. Der imposante Jugendstilbau aus den Jahren 1907-1908 ist eine architektonische Besonderheit: Architekt Bernhard Sehring (1855-1941) hat bei der Gestaltung der plastischen Dekors, der Treppenaufgänge und kunsthandwerklichen Details des Theaters aus dem Vollen geschöpft und so in ihrer Verbindung mit der Architektur ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk geschaffen.

Fontänen auf dem Schillerplatz
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Hinter dem Theater befindet sich ein ausgedehntes Wasserbecken, in dem drei große Fontänen ihre Wasserstrahlen in die Höhe schießen. Auf dem Beckenrand stehen weitere Wasserspeier, die an Schildkröten, Frösche und andere Tiere erinnern. Brunnenanlage und Platz wurden zum 800-jährigen Stadtjubiläum 1956 eingeweiht und sind in den letzten Jahren aufwändig erneuert worden.


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